THRASHWALL - ThrashWall

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VÖ: 19.10.2020
Bandinfo: THRASHWALL
Genre: Thrash Metal
Label: Firecum Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits


Der Coronawahnsinn hat endlich Einzug in die Köpfe der Thrash Metalheads gefunden. Seit Anbeginn der Coronakrise habe ich mich auf die Reaktion der Metalszene gefreut und nun haben wir das Album „Thrash Wall“ als Antwort bekommen.  Ich weiß, der schnellste bin ich gerade nicht. Die. portugiesische Band THRASHWALL veröffentlichte ihr Debüt bereits im Juni 2020 und auf diesen Thrash-Leckerbissen muss noch mein Senf dazugegeben werden.

Gleich am Anfang werden grundsätzliche Fragen vom Sänger aufgeworfen, damit man sich gleich auskennt, wohin die Reise geht. In "War Outside The Wall" rotzt er kurz und prägnant die Verse ins Mikro. Als Lärmkulisse im Hintegrund fetzen die Gitarristen in die Saiten und lassen keine unruhige Sekunde verstreichen. Man bekommt das Gefühl von allen Seiten umzingelt zu sein, was der Chorgeschrei auch nochmal verstärkt.  Egal, wie sehr man sich sträubt, man wird in den Bann von THRASHWALL gezogen.


 

Was einen wirklich an den Eiern packt ist der Songtext von „Mental Destruction“. Rodrigues (Sänger) brüllt einen mit brutaler Ehrlichkeit nieder und der Selbsthass staut sich in einem auf. Zum Dank dreschen die Gitarrenriffs auf einen ein, bis auch der letzte Funke an Würde verschwindet. Am Boden zusammengekauert realisiert man, dass die Band THRASHWALL dir doch etwas klar machen will, außer dass eine Tracht Prügel weh tut.  Die Stimmung spitzt sich zu und der Sänger streckt einem, mit folgenden Worten, die Hand entgegen: „Think the choices. Use your head. If you don’t. You’ll be dead.“





So rührend das auch geklungen hat, in „Mosh In The Hall“ wird wieder auf einen eingetreten und hat  deswegen das Zeug dazu, die nächste Thrashhymne zu werden. Garras (Schlagzeuger) klopft die Trommeln kaputt, die Gitarren schreddern sich die Finger wund, und was der Sänger von sich gibt, klingt auch nicht gesund. Für die einen grauenvoll, für Thrash Metal-Fans Musik in den Ohren (Anm. der Red.: Das kommt öfter bei Musikalben vor)

Was Thrash Metal angeht verlasse ich mich immer auf mein Bauchgefühl, doch manchmal will der Poet in mir auch ein Wörtchen mitreden. „Thrashwall“ ist nicht nur ein glorreiches Debüt für die gleichnamige Band, sondern birgt auch eine Message mit Tiefgang in sich. Ich bin von „War Outside The Wall“ verführt worden und habe in „Mental Destruction“ eine helfende Hand gefunden. Mit dem Debüt hat THRASHWALL den Zeitgeist eingefangen und spendet viel Trost durch ordentliche Prügeleien auf höchstem Thrash Metal-Niveau.



 



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (02.02.2021)

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