SULLEN - Nodus Tollens - Act 1: Oblivion

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VÖ: 05.03.2021
Bandinfo: SULLEN
Genre: Progressive Rock
Label: Blood Blast Distribution
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Lineup  |  Trackliste

Für Fans progressiver Klänge werfen die Portugiesen SULLEN ihr "Nodus Tollens - Act 1: Oblivion" auf den Markt. Der Titel des Scheibchens deutet auf eine mehrteilige Angelegenheit hin und wir kommen heute in den Genuss, uns den ersten Teil in die Ohrmuschel zu klemmen.

"The Prodigal Son" - Eine optimistischer 70´s Einstieg wie ein Sonnenaufgang an einem friedlichen, warmen Sonntagmorgen. Nach etwas weniger als einer Minute sorgen Growls für eine erfrischende Brise.

"Skylines´" erste Sekunden schlagen eine Brücke zu vertrackteren, wenn auch nicht zu erheblich komplexeren Strukturen. Der Andockmechanismus hat sehr gut funktioniert und insgesamt läuft der Song geschmeidig im Getriebe. Der Norweger Ole Børud, welcher seit den frühen 80ern die Welt mit verschiedenen musikalischen Genres versorgt, kommt als Feature zum Einsatz. Eine etwas sattere Produktion wäre schön gewesen, damit die Sterne am Nachthimmel sichtbar werden, aber unterliegen wir nicht alle gewissen technischen Limitierungen?

"Soul Interrupted" - Wir sind im Sternennebel angelangt, die Sicht ist getrübt. Akustisch wird nicht viel geboten. Ein Lückenfüller, der nur bedingt zur Atmosphäre beiträgt.

"Acheronta Movebo" - Wirkt depressiver, kann deshalb vielleicht nicht die schöne Seite des Schmerzes betonen, wie es die Melancholie zustande brächte.

"Memento" entfernt sich erst einmal von Verstrickungen aller Art und zieht sich stattdessen ausgiebige Growls heran. Die Stricknadeln kommen zwar etwas später kurz zum Einsatz, aber die Wut dominiert diesen Song.

"Human" schiebt den Ambient unter dem progressiven Türspalt hindurch, woraufhin von der anderen Seite die Stimme sanft antwortet. Energien werden freigesetzt, endlich dürfen wir wieder den Blick sehnsüchtig gen Himmel richten. War an dieser Stelle für ein ästhetisches Gesamtbild dringend nötig.

"The After" klingt als sei es Teil seines Vorgängers und würde ihn gebührend ausleiten. Ein harmonisches Instrumental.

"Fail-safe" hat einen US-Pop-Rock Einschlag und hätte weiter vorne vermutlich mehr Wirkung erzielt.

Fazit: Im Gesamten haben SULLEN ein gelungenes Werk vorgelegt, das aber etwas intensiver hätte ausfallen dürfen, um marktfähig zu bleiben, denn Progressive Rock Fans sind in den letzten Jahren immer wieder mit erstklassigen Produktionen (welchen selbstverständlich aber ein großes Budget zur Verfügung stand) verwöhnt worden. Dass SULLEN selbst mit kleineren finanziellen Mitteln dazu in der Lage sind, echte Granaten zu zünden, beweisen sie besonders mit "The Prodigal Son" und "Human". Für eine schöne Stunde ist "Nodus Tollens Act 1: Oblivion" empfehlenswert und wir freuen uns darauf, in Zukunft noch mehr von den Portugiesen zu hören.

(Vielschichtiger Progressive Rock im Angesicht grauer Tristesse)



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Daniel Hadrovic (05.03.2021)

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