MYNSKH - Chapter 01: Obliterating Perfection

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VÖ: 18.09.2020
Bandinfo: MYNSKH
Genre: Black / Death Metal
Label: Atmaah Records
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Lineup  |  Trackliste

Ich habe beim besten Willen keine Ahnung, warum "Chapter 01: Obliterating Perfection" erst jetzt bei uns eingetroffen ist. Glücklicherweise weiß ich, warum das Album, welches 2017 erstmals erschienen ist nun noch einmal auf den Markt geworfen wird. Die Band war mit dem Sound nicht zufrieden, das Album wurde vollständig remixed und remastered und die Bassspuren neu eingespielt. Obendrauf gibt es auch noch die Songs in Instrumentalform. Das Ganze halt also durchaus seine Berechtigung. 

Mit der Musik verwoben ist eine Geschichte, die in einem bizarren Universum spielt, das seine eigenen Gesetze und seine eigene Natur hat, in der wir einer Zivilisation folgen, die den Zustand absoluter Perfektion erreicht, der durch ihren Untergang in die dunkelsten Formen von Wahnsinn und Wahnsinn verfolgt wird. Während sich die Geschichte eine solche alternative Realität vorstellt, reflektiert sie synonym unsere menschliche Existenz, die Entwicklung von Bewusstsein, Seele und Leben selbst.

Das klingt jetzt etwas verwirrend, ist aber auf der ausgedehnten Homepage recht spannend nachzulesen. Hier hat sich jemand wirklich Mühe gemacht. Kein handkopiertes Cover mit einem Bild von einem norwegischen Bulimiker im winterlichen Nadelforst. Das ganze Konzept inklusive der graphischen Umsetzung ist wirklich faszinierend. Das erinnert an die Tage in den späten 80ern, an denen ich stundenlang ein Cover angesehen hab, um auch alle Details zu finden (das, oder mein Aspergersyndrom begann sich zu entwickeln).

Für das Album hat man sich ein paar Gäste eingeladen, Florian Magnums Maier, Matthias Bartolomey, Safa Heraghi, Tania Saedi und mehr. Dies nur zu Vervollständigung der Credits.

Das Album ist zwar ganz klar im Black/Death Bereich anzusiedeln, aber es klingt bei weitem nicht, wie man meinen möchte. Es wird viel mit "Laut/Leise-Dynamiken" gespielt, Samples sind ein wichtiger Teil von "Chapter 01: Obliterating Perfection" und das Songwriting hat zwar ab und zu ein kleines Anlehnen an TRIPTYKON, ist aber größtenteils eigenständig. Wunderbar ist, dass nicht durchgeblasted wird, ganz im Gegenteil, das Schlagzeug ist abwechslungsreich, nuanciert aber auch songdienlich. Die Songstrukturen, sind eigenwillig, wer auf Easy-Listening oder schnödes "dem Gehörnten preisen" aus ist, wird sich hier schwer tun. 

Wer aber gerne mit Kopfhörern auf aurale Entdeckungsreise begibt kann hier viel entdecken. Es ist äußerst löblich, dass sich Bands, auch Undergroundbands wie hier MYNSKH, immer mehr Zeit nehmen, ihre Ideen in Songs einfließen zu lassen, die nicht zu schon zu Tausenden jeden Monat veröffentlicht werden. Klar waren Black und Death in ihrer Anfangszeit genial, aber man muss wirklich nicht andauernd der Vergangenheit nachhängen.

Wer es gerne herausfordernder möchte, ist bei den Wienern auf jeden Fall richtig. Das Album braucht Zeit, klar, aber samma sich ehrlich: Es muss nicht immer rumpeln wie 1991. 

 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (15.02.2021)

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