FORHIST - Forhist

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VÖ: 26.02.2021
Bandinfo: FORHIST
Genre: Black Metal
Label: Debemur Morti Productions
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Lineup  |  Trackliste

Auch im Jahre 2021 werden wieder unzählbar viele Werke in die Täler der Liebhaber metallischer Klänge schwemmen und auch heuer wird es Black-Metal-Veröffentlichungen wie Schnee im skandinavischen Winter geben, wodurch man sich im Laufe der Zeit unweigerlich fragen wird, wo der interne Filter durchlässig sein und wo er aussortieren soll. Ja, es gleicht - mal wieder - einer unlösbaren Aufgabe, doch bereits im Februar, und das ist nunmal auch der positive Reiz, der damit einhergeht, können wir auf diverse Juwelen zurückblicken, die den schnöden Pandemie-Alltag vergessen lassen: MISOTHEIST, THE RUINS OF BEVERAST, MALAKHIM, HULDER und AETHYRICK zum Beispiel. Gegen Ende des Monats gesellt sich eine Legende des französischen Black Metal, Vindsval von BLUT AUS NORD, mit ihrem neuen Soloprojekt namens FORHIST hinzu und schwärmt geradezu vom gleichnamigen Debüt und seinem naturromantischen Black Metal ganz im Zeichen der 90er.

Dass besagter Filter bei all diesen Stichworten nicht ungefragt zum Absonderungsprozess ansetzen kann, erklärt sich von selbst. War YERÛŠELEM noch ein sehr experimenteller alternativer Schauplatz des Virtuosen und damit schon sehr speziell, ist FORHIST da schon offensichtlich konservativer und weniger avantgardistisch auf die Essenz der "Memoria Vetusta"-Trilogie oder gar noch ältere Werke wie "Ultima Thulée" ausgerichtet. Doch nichtsdestotrotz, und das lässt sich auch anhand der Produktion, bei der man sich zwar um einen möglichst organischen Klang bemüht hat, den etwas industrielleren bzw. kälteren Charakter der jüngeren BAN-Diskografie aber trotzdem nicht gänzlich verleugnen kann, erklären, ist "Forhist" nicht so oldschool, wie man es möglicherweise zwischen den Zeilen des Pressetexts herauslesen könnte. Stattdessen kann zuweilen der Eindruck entstehen, als hätte man in fiebrigen Nächten nach "Hallucinogen" die synthetischen Drogen ausgeschwitzt und wäre anschließend auf natürlichere Substanzen umgestiegen. Die Leadharmonien und Chöre sind nicht ganz so süßlich-eingängig und psychedelisch, aber eben doch so präsent, dass man eine Handschrift erkennt, was durch und durch positiv aufgefasst werden kann und sollte.

Schlussendlich lässt sich also resümieren, dass "Forhist" ein sehr gutes Debütalbum eines interessanten Nebenprojekts ist. Etwas geradliniger und klassischer als BLUT AUS NORD, aber immer noch sehr musikalisch und detailverliebt. Wenn man Oldschool oder 90er liest, sollte man also keinen kratzenden Low-Fi-Sound oder simpelste Songstrukturen erwarten, sondern allenfalls ein kompakteres und dezent schrofferes Destillat dessen, was Vindsval ansonsten mit seiner Hauptband auffährt. Ungeachtet dessen sollte man FORHIST - natürlich in aller Ruhe - antesten, denn das eigenständige Songwriting und die Atmosphäre wissen mal wieder zu überzeugen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (24.02.2021)

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