ANGEL MARTYR - Nothing Louder Than Silence

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VÖ: 19.02.2021
Bandinfo: ANGEL MARTYR
Genre: Heavy Metal
Label: Iron Shield Records
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Lineup  |  Trackliste

Still, ganz still, mit beinahe zerbrechlich-zarten Tönen einer akustischen Gitarre beginnt das zweite Album der italienischen Heavy Metal Band ANGEL MARTYR. Lasst euch vom leisen Intro nicht verwirren, denn wir wissen ganz genau: Nichts ist lauter als die Stille! Mit dieser ist es nämlich nach zweieinhalb Minuten auch schon wieder vorbei und die im Trio agierende Band schiebt alle Regler voll auf die Zwölf.

Wie von einer bei Iron Shield Records unter Vertrag stehenden Band nicht anders zu erwarten, klingen ANGEL MARTYR auf weiten Strecken völlig unitalienisch. Ohne Hintergrundinformation würde man wohl eher vermuten, es hier mit einer von britischem Classic Metal beeinflußten US-Metal Band mit Hang zum Speed Metal zu tun zu haben. Damit öffnen sie sich einerseits einem potenziell großen Markt, müssen sich aber andrerseits mit einer schier unüberschaubaren Anzahl an ähnlich gelagerten Bands messen. Damit scheint der flotte Dreier aber ohnehin kein allzu großes Problem zu haben, denn die zumeist recht langen Songs vermitteln nicht das Gefühl, daß man auf den schnellen Like aus wäre. Den Beweis tritt der epische Longtrack "My Name Is Legion" an, der eine Kostprobe vom songwriterischen Talent der Italiener bereitet. Vor allem Sänger/Gitarrist (Keyboards spielt er angeblich auch, aber die hört man nicht) Tiziano hat in seinen Songs viel zu erzählen - sowohl verbal als auch instrumental. Sein leicht nasaler Gesang ist ziemlich variabel und kommt mit einer ordentlichen Portion Power. Sogar den eine oder andere Scream lässt er los und macht dabei gute Figur. Noch besser gefällt mir allerdings seine Arbeit an der Gitarre, die er mit unterschiedlichen Sounds spielt und sich so - Technik sei Dank! - einige nette Duelle mit sich selbst liefert. Als Anspieltipp werfe ich mal "Black Twin Rising" in den Raum.

Über die gesamte Albumdistanz fehlt mir vorerst noch die Vielfalt zwischen den einzelnen Songs, was vor allem dem Mangel sich kurz zu fassen geschuldet ist. Da kann es schon mal vorkommen, daß man als Hörer dezent weg driftet und nicht mehr genau weiß, in welchem Song man sich denn eigentlich gerade befindet. Dennoch ist "Nothing Louder Than Silence" eine durchwegs hörenswerte Angelegenheit mit vielen kleinen Highlights, die sich nach und nach offenbaren.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: adl (16.02.2021)

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