LAKE OF TEARS - Ominous

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VÖ: 19.02.2021
Bandinfo: LAKE OF TEARS
Genre: Dark Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wow! Wer hätte gedacht, dass LAKE OF TEARS nach zehn Jahren Sendepause doch noch mal von den Totgeglaubten auferstehen? Aber Daniel Brennare, der kreative Kopf und Verkörperer der Band, hatte diese Zeit für "Omnious" benötigt und sich auch genommen.

Seine Hochzeit hatte der schwedische "See der Tränen" für mich nach wie vor in den 90ern mit so brillanten Doom/Gothic Metal Werken wie "Headstones" (1995), "A Crimson Cosmos" (1997, beste LOT Scheibe ever!) oder "Forever Autumn" (1999) Danach entwickelte sich der Stil der Schweden weg von den metallischen Wurzeln hin zu rockigeren Gefilden, ähnlich wie bei TIAMAT oder KATATONIA. Doch ich konnte durchaus auch dieser Phase, speziell dem 2002er Output "The Neonai" durchaus einiges abgewinnen. "Illwill" stellte dann 2011 erst einmal das letzte Lebenszeichen von LAKE OF TEARS da und wäre durchaus eine würdige Abschieds-Scheibe gewesen.

 

 

Doch nun ist Daniel Brennare zurück auf der Bildfläche. Im Gepäck hat er mit "Omnious" ein (in lyrischer Hinsicht) Science-Fiction/Endzeitszenario, an dem sich aber folgerichtig auch die musikalische Umsetzung orientiert. Eigentlich nicht wirklich kategorisierbar, ist der neue Longplayer eine Mischung aus Dark, Gothic, Doom, Industrial, Space und Progressive Rock mit immer wieder aufblitzenden metallischen Momenten geworden. Vor allem ist die Musik auf "Omnious" aber eines - unglaublich eindringlich. Läßt man sich auf das Album ein, zieht die Klangwelt von Daniel Brennare den Hörer unweigerlich in ihren Bann und reißt ihn mit in die Tiefe.

 

 

Bereits das grandiose Cover zeigt die Richtung an, in die sich die neun Songs bewegen. "Omnious" ist dunkel, zuweilen hoffnungslos und extrem intensiv. Die Videos unterstreichen dies auf eindrucksvolle Weise und machen die Geschichte hinter den Songs wundervoll greifbar. Die Musik wiederum läßt den Hörer geradezu schmerzvoll spüren, wie der einsame Kosmonaut sich in völliger Isolation und Abgeschnittenheit fühlen muß. 

"Omnious" ist kein leicht zu goutierendes Album, definitiv nichts zum nebenbei hören. Aber in einer ruhigen Stunde, mit geschlossenen Augen und der richtigen Stimmung, entfaltet das neunte LAKE OF TEARS Studioalbum seine gesamte Pracht übermannt dich mit schierer Urgewalt.

Fazit: Da hat Daniel Brennare wirklich noch mal richtig tief in die Trickkiste gegriffen und ein vielschichtiges Spätwerk von unfassbarer Intensität geschaffen. Man muss "in the mood" sein für "Omnious", aber dann ist die neue LAKE OF TEARS Scheibe ein Hörerlebnis der besonderen Art, das mit Sicherheit einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

 

 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (25.02.2021)

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