PINSKI - We All Stole From The Apple Tree

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VÖ: 27.11.2020
Bandinfo: PINSKI
Genre: Progressive Rock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Wenn von Progressive Metal die Rede ist, wird etwa diese Trinität unabdingbarer Geschoße scharfgemacht, die die Menschheit mit einer Wucht torpedieren, dass einem Hören und Sehen vergeht.
TOOL: „Schism“, OPETH: „Blackwater Park“, NE OBLIVISCARIS: „Citatel“.

Nichts und niemand ist von der Wuchtigkeit etwaiger Einschläge sicher. Alles erzittert, die Erde bebt, der Luftsauerstoff wird im Sog einer infernalen Feuerbrunst verbraucht. Natürlich versuchen sich dann und wann andere Bands an Altvorderen, das war so, ist so und wird immer so sein, wie das Amen im Gebet.

Nehmen wir an jemand hört von einer Band, sagen wir aus Deutschland, die noch nicht so bekannt ist. Die Band heißt PINSKI und das Lied heißt „Dark“. Wenn das alles unter Progressive Rock/Metal mit Frauenstimme angepriesen wird, wird man zunächst hellhörig. Es entsteht eine Erwartungshaltung.

Die Krux bei der Sache ist: „Dark“ ist ein guter Song, der von guten Musikern und einer guten Sängerin eingespielt wurde. „Dark“ ist das Highlight der Mini-EP "We All Stole From The Apple Tree". Die anderen Lieder schmiegen sich an ans Ohr, wobei, für Prog ein wenig zu sehr. Vergleiche mit der Sperrigkeit von Beyond Creation können hier keine gezogen werden. Weniger als 19 Minuten und es ist Ende Gelände.

 


Wie soll, wenn wir das Schulnotensystem anwenden, eine Band benotet werden, wollen wir sie mit erwähnten Altvorderen vergleichen? Weniger als 50 Prozent Anwesenheitspflicht bzw. Schularbeiten abgeliefert zu haben, bringt einem für gewöhnlich ein „Nicht beurteilt“ ein. Das will doch niemand!

„Troubleseeker“: Rock around the Clock, bestes Mittel um sich in einer, ja das hieß mal Nervenheilanstalt (siehe Video), die Zeit zu vertreiben.

 


„Apple Tree“: Ist eine eher pop-rockige Nummer, wobei es nicht überraschen würde, wenn sie baldigst aus dem Radio wummert, wie das Keyboard es versucht.

„Questions": Die Klimax in dem Lied ist interessant, Gesang setzt ein, die gepickte Akustik-Gitarre folgt, astreiner Mittelteil, der rockig ausfällt, eine Bridge, die einen ein wenig zum Narren hält, es sind 12/6 Takte, dreigeteilt, sozusagen eine falsche Fährte, Fragen? Am Ende wird es hard-rockig. Forte. Ende.

Hervorzuheben ist der Album-Titel: „We All Stole From The Apple Tree.“ Ist es Überinterpretation oder wird hier ein göttlicher Plan in Frage gestellt? Ja, wir haben alle vom Baum der Erkenntnis gestohlen, um der Erkenntnis willen, andere Gründe wären im Paradies doof. In diesem Sinne, lasset uns die Welt erschließen, macht euch die Erde untertan. Wobei, es hätte der EP gutgetan, sie als gesamtes rauszuhauen nicht in einer Dreifaltigkeit, die durch einen Zeitraum von zumindest Monaten unterbrochen ist. Aber wer weiß, im Nachhinein, wenn alle Äpfel verputzt sind, alle Lieder offenbart wurden, meinen wir, es war die beste Idee, die dieser trinäre Longplayer uns machen konnte.   

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Richard Kölldorfer (24.02.2021)

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