BAEST - Necro Sapiens

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VÖ: 05.03.2021
Bandinfo: BAEST
Genre: Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Sapperlot und zugenäht - wenn nicht bald mal wieder jemand ausgemachten Murks abliefert, werde ich noch ein ernstes Problem mit meiner Credibility als Musiktester bekommen. Nachdem in den letzten Wochen schon die marodierenden Horden von Blackville reihenweise Lobgesänge einkassierten (ich sage nur KJELD, THRON und WOLVES OF PERDITION...), bricht nun auch in Grunzhausen Feierstimmung aus. Denn irgendwo in Dänemark kann gerade ein aufstrebendes Jungunternehmen namens BAEST entspannt die Füße hochlegen und auf das Medienecho zum Release ihres drittens Langeisens "Necro Sapiens" warten.

Und das dürfte - soweit lehne ich mich mit meiner Prognose aus dem Fenster - durchgehend oder zumindest überwiegend positiv ausfallen, denn die Truppe aus Aarhus macht ihrem Ruf als potenter Newcomer erneut alle Ehre. Und obwohl sie im Vergleich mit ihrem starken Zweitwerk "Venenum" gar nicht mal so viel verändert hat, beweist sie mit dem Nachfolger eine sehr profunde und für die Kürze der Zeit beachtliche Weiterentwicklung. Der Grund ist leicht zu finden: sie bleiben schlicht bei dem, was sie gut können, machen es aber einfach eine Ecke besser. So erfreut sich "Necro Sapiens" einer erstaunlich hohen Hitdichte, die ich besonders in Anbetracht des straffen Release-Rhythmus der Band nicht erwartet hätte. Insoweit erwies sich schon der erste Durchlauf der Platte als regelrechter "Jawdropper".

Alleine schon die Selbstverständlichkeit und Großklötigkeit, mit der der Opener "Genesis" über den Hörer hinweg walzt und sich leichtfüßig in die Großhirnrinde fräst, hat Seltenheitsniveau. Der darauf folgende Titeltrack liebäugelt hörbar mit den schon früher als Einfluss genannten BOLT THROWER und hat zumindest dieselbe Ohrwurmqualität wie sein Vorgänger. "Czar" und "Goregasm" liefern schweren, ASPHYX-nahen Death/Doom, wobei besonders die zweitgenannte Nummer mit sehr ohrgängigen Groovekeulen auflockert, die es in puncto Kronjuwelen-Durchmesser locker mit Bud Spencers Faust aufnehmen können. Nicht zu vergessen "Abattoir", ein ebenfalls sehr doomiger Brocken mit mantraartigem Vortrag und gespenstischen Tappings, der seinen Platz in meiner langen Liste von Anspieltipps redlich verdient hat. Auch die übrigen Tracks können das Niveau ohne Mühe halten - man beachte nur den thrashigen Wutprügel "Towers Of Suffocation" oder "Meathook Massacre".

Nicht zuletzt besticht das Coverartwork mit seiner Detailverliebtheit und Farbkomposition, die gegenüber der etwas lieblosen Einfärbung des "Venenum"-Covers eine deutliche Steigerung ausmacht. Es ist sicherlich nicht das bedeutendste Kriterium einer Plattenkritik, aber wie man weiß, hört gerade im Metal das Auge mit. Von daher will ich auch diese Facette nicht unerwähnt lassen. Und so ein stolzer Skeletor im schönsten Sonntagsgewand macht doch einfach einen schlanken Fuß im Plattenregal [Anm. d. Verf.: Krone und Insignien stehen ihm gut...sonst wäre eh niemand cool genug für den Eternia-Thron!].

Unterm Strich hat "Necro Sapiens" also reichlich Pluspunkte zu verbuchen - und zu meckern gibt es auch nach intensivem Studium nichts. Damit zementieren BAEST ihren guten Ruf und zocken sich in meiner Gunst verdächtig nahe an meine Alltime-Favourite-Nachwuchs-Death-Metaller CARNATION. Und wer deren Zweitwerk oder die letzte LIK zu seinen Top-Alben in 2020 gezählt hat, der kommt dieses Jahr an den Dänen nicht vorbei. Dafür stehe ich mit meinem Namen.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (03.03.2021)

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