LAMB OF GOD - Lamb Of God, Live in Richmond, VA

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VÖ: 26.03.2021
Bandinfo: LAMB OF GOD
Genre: Thrash Metal
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste

Unter normalen Umständen hätte ein Album wie „Live In Richmond, VA“ von LAMB OF GOD eine recht geringe Existenzberechtigung: die Jungs stellten Ende September 2020 das damals neue, selbstbetitelte Album per Livestream aus dem Studio vor – und dieser Livestream wurde jetzt auf Tonträger gebannt. Das führt dann natürlich zu der Frage, welchen Sinn ein Live-Konzert ohne Zuschauer, mit einem Minimum an Ansagen und mit den Songs des letzten Albums in der gleichen Reihenfolge abgespielt hat.

Aber die derzeitigen Umstände sind ja alles andere als normal, und berücksichtigt man die für viele Musiker existenzbedrohende Krise, in denen so gut wie alle Einnahmequellen wegfallen, dann wird „Live in Richmond, VA“ doch noch zu einer guten Sache. Vor allem weil sich die Band trotz Quarantäne spielfreudig wie gewohnt zeigt und das Live-Setting dann (trotz der erst kurz verstrichenen Zeit) nochmal herausstreicht, was „Lamb Of God“ für eine Hammer-Scheibe war.

Natürlich sind jetzt keine großen Abweichungen bezüglich Sound und Songdarbietung im Vergleich zum Album zu erwarten, das Intro bzw. die Gastbeiträge werden komplett von Randy Blythe übernommen (was „Poison Dream“ gut tut, der Beitrag von Jamey Jasta war eher unpassend, bei der TESTAMENT-Huldigung „Routes“ fehlt das markante Organ von Chuck Billy schon eher). Und man hat auch wieder Gelegenheit sich zu freuen, dass LAMB OF GOD es mittlerweile geschafft haben, die besten Merkmale der jeweiligen Bandphasen endlich zusammenzuführen und gut zu integrieren – vom progressiven Riffing der Frühzeit über den Südstaaten-Groove bis zu den epischen Thrash-Momenten der Neuzeit.

Dazu passend werden auch drei ältere Songs live gespielt, „Contractor“ von „Wrath“ (mit der launigen Ansage „this is a punk rock song“), das geniale „Ruin“ vom ganz, ganz alten „As The Palaces Burn“, und mit der Gänsehaut-Nummer „512“ (von „VII – Sturm und Drang“, in dem Randy seine Inhaftierung verarbeitet). Und am Ende gibt’s dann auch noch neue Songs – „The Death Of Us“ (Teil vom most excellenten „Bill&Ted Face The Music“-Film Soundtrack) wird live gespielt, „Ghost Shaped People” (das gut zum letzten Album passt) bzw. „Hyperthermic – Accelerate” gibt es als Bonus.

Der Mehrwert der Scheibe ist jetzt natürlich im Vergleich zum Album eher gering, mit den zusätzlichen älteren Live-Songs, den neuen Nummern und der einen oder anderen witzigen Ansage (passend zur Quarantäne wird etwa vor dem Mosh-Teil von „512“ statt einem Moshpit gefordert „destroy your living room, break your mother’s best china“… da wird sich Mama aber weniger freuen) ist „Live In Richmond, VA“ aber dann doch eine sinnvolle Ergänzung zur letzten Scheibe – vor allem auch, wenn man die Musiker die es jetzt nötig haben unterstützen will.



Ohne Bewertung
Autor: Luka (19.03.2021)

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