RICKY WARWICK - When Life Was Hard And Fast

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VÖ: 19.02.2021
Bandinfo: RICKY WARWICK
Genre: Rock
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste

Mister Ricky Warwick hat wie so viele andere die Zwangspause für ein neues Album genutzt. Der eifrige Musiker – ich sag nur THIN LIZZY oder BLACK STAR RIDERS – besinnt sich auf seinem neuen Solo-Werk „When Life Was Hard And Fast“ erneut auf die Wurzeln des Rock und macht ein Album, das nicht ganz so den harten Biss seiner anderen Projekte hat, sondern sich beim ruhigerem Rock eines TOM PETTY AND THE HEARTBREAKERS oder irischem Sound a la THIN LIZZY wieder findet. Insofern ist das gute Stück weniger ein Scheibchen für die harten Rockfans, sondern wird eher den Fans älteren Semesters schmecken, die auf die Anfänge des britischen/irischen Rock bzw. Hardrock stehen.

“When Life Was Hard And Fast” ist wie das Vorgänger-Album “When Patsy Cline Was Crazy... And Guy Mitchell Sang The Blues” ein bodenständiges, ehrliches Rock’n’Roll Album mit Liebe zum Detail, aber nur wenigen Zugeständnissen an eine Modernisierung des Rock. Auch wenn klingende Namen wie Joe Elliott von DEF LEPPARD, Dizzy Reed von GUNS N ROSES oder Keith Nelson (Ex-BUCKCHERRY) bei diversen Songs mit von der Partie sind, dominieren die Wurzeln von Ricky. Er gießt sein Songwriting in einfache, schöne Formen und liebt Bodenständigkeit. Bei der Umsetzung helfen auch andere Freunde mit, die nicht unbedingt im Rock-Sektor zu finden waren, wie Andy Taylor (Ex-DURAN DURAN), der zum Beispiel ein Gitarrensolo für den melodischen Rocksong „I’d Rather Be Hit“ abliefert, bei dem wir auch Keyboard-Begleitung von Dizzy Reed haben.

Sein ehrlicher Rock kommt perfekt beim Opener und Titletrack „When Life Was Hard  And Fast“ voll zur Geltung und bringt dabei eine Message mit, die viele von uns kennen: Als wir noch jünger waren, war alles viel lockerer und einfacher - obwohl es in Realität nicht so war. Das Erlebnis als junger Mensch wird mit knackigen Riffs und ganz schön Dampf hinter Schlagzeug und Bass dargestellt. Die Vibes der 70er und 80er, in denen sich der Song aufhält, kommen rüber und hinterlassen eine breite Spur an Erinnerungen. Sahnehäubchen: der THIN LIZZY Vibe und Joe Elliot als Backgroundstimme.

Ricky hat sich auch über einen bekannten Song hergemacht. Der „Gunslinger“ ist ein Klassiker aus dem Jahr 77 und stammt von WILLY DEVILLE. Rickys rockig-raue neue Version klingt lässig und geht mit den Buschtrommeln, den groovigen Hooks und funky Vibes sofort ins Ohr. Den Refrain kann man natürlich auch sofort mitsingen, eine echte Partynummer also.

Neben den zahlreichen Freunden, die am Album mitgewirkt haben, findet man einen Song, den Ricks Tochter Pepper mit ihm geschrieben hat. Es ist ein feinfühliges, zartes Duett mit akustischer Gitarre und rohen, ursprünglichen Vocals, auf die der Hauptfokus gesetzt wird. Klingt nach Demo-Song – ist es auch. Die beiden fanden, dies sei die beste Version und haben somit ein Demo auf das Album gepackt, dass trotz einer gewissen Unvollständigkeit einerseits, auf der anderen Seite viel Gefühl transportiert, das wohl bei umfassender musikalischer Untermalung untergegangen wäre. "Time Don‘t Seem To Matter“ ist somit ein sehr persönliches Stück der beiden.

Zahlreiche anderen Songs haben als Inhalt genauso bewegende Themen: „Fighting Heart“ kündet davon, sich an den eigenen Idealen festzuhalten und nicht aufzugeben, „I Don’t Feel At Home“ nimmt sich mit bluesigem Rhythmus und keyboardgetränktem Midtempo-Rocksound und tollen Harmonie und Vocals des im Rock-Genre ständig aktuellen Themas Drogensucht an. Das ewige Liebe- bzw. Beziehungsthema wird in „You Don’t Love Me“ mit einem nettem Rockrhythmus im 70er Stil abgehandelt.

Mehrere Nummern hat Ricky mit Keith Nelson geschrieben. Am besten von diesen ist „Still Alive“, bei der Keith eine lässige Slide-Gitarre spielt. Die Nummer groovt rockig und reißt einen mit. Tolles Live-Feeling trotz Studio-Album ist hier garantiert. Ein TOP-Song des Albums!

Das Schlusslicht heißt „Your My Rock’n’Roll“ und ist absolut nicht der letzte Rest, der den Weg aufs Album gefunden hat, sondern eine Hymne an die Rock-Musik, die mit Elan, Biss und Knackigkeit sowie einem ins Ohr gehenden Rhythmus und zum Mitsingen einladenden Refrain einen für länger nicht aus den Fängen lässt.

Ricky beweist auf „When Life Was Hard And Fast“ erneut, dass er ein Meister des grundsoliden Rock und gut gemachten Songwritings ist. Er macht keine Experimente, sondern besinnt sich seiner Wurzeln und liefert ein zeitloses Werk für Oldschool Rockmusik Fans.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (01.03.2021)

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