ANGELINE - We Were Raised On Radio

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VÖ: 19.02.2021
Bandinfo: Angeline
Genre: Melodic Rock
Label: Blow Your Fez Off Music
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste

ANGELINE ist eine schwedische Band, die zwar eigentlich schon 1987 gegründet wurde, aber erst 2010 ihr erstes Full-length-Album veröffentlicht hat. Spätestens seit ihrer zweiten Scheibe "Disconnected" 2011 bin ich ein großer Fan dieser Band. Ihr ganz spezieller Sound ist einerseits tief in den 80ern verwurzelt und versprüht andererseits doch eine charmante Frische und Aktualität, dazu jedenfalls auch eine riesengroße Spielfreude und viel positive Energie. Die stärksten Einflüsse und stilistischen Hauptbezüge sind immer noch BON JOVI (diesmal am ehesten irgendwo zwischen "These Days" und "The Circle"-Zeiten einzuordnen) sowie 80er-DEF LEPPARD. Im Vergleich zu den früheren Scheiben scheinen sie das aber immer mehr zu einem sehr eigenständigen Sound zu vermischen, bei dem auch eine Prise des typischen schwedischen Melodic Rock wie auch eine kleine Dosis STAGE DOLLS oder vielleicht sogar classic BRYAN ADAMS enthalten ist. 

Der Start des Albums fällt mit zwei sich sofort in den Ohren festsetzenden hochmelodischen Perlen in Form von "Helpless" und "Closer" in die Kategorie besser geht's nicht, oder kaum, und macht Lust auf mehr, ganz in der besten Tradition ihrer früheren Alben. Für manche sind diese beiden Nummern vielleicht schon etwas zu poppig, aber die Gitarren sind immer zentral und die Songs sind einfach so eingängig, wie es nur möglich ist. Es folgt das etwas ruhigere "My Heart Won't Let You Go", bei dem sowohl ein modernerer Pop-Touch durchschimmert wie auch ein ANGELINE-typisches DEF LEPPARD-Vibe - erstaunlich, das unter einen Hut zu bringen!

Locker-flockig dahin gerockt wird danach im Titelsong, vielleicht die Nummer mit den stärksten BON JOVI-Reminiszenzen. Mit "Remission" folgt dann der absolut typische und perfekte ANGELINE-Song, mit ganz viel classic DEF LEPPARD unter der Haube. Der zweite derartige Song kommt etwas später mit "Come What May", ist allerdings etwas gemächlicher und eine tolle Mischung aus einem Midtempo (oder halbballadesken) BON JOVI-Style-Start mit einem unwiderstehlichen DEF LEPPARD-mäßigen Groove in einer eher getrageneren und ruhigeren Nummer. Für solche Songs liebe ich diese Band. Allein diese beiden sind den Kauf des Albums wert. Dazwischen gibt es noch "Closer To Forever" - nicht ganz so zwingend aber absolut solide und stark - und den stilistischen Ausreißer in Form von "Baby Come Back", der etwas moderner daher kommt und ein wenig Abwechslung bringt, jedoch nicht unbedingt das ist, was man von ANGELINE hören möchte und für mich auch nicht so richtig in das Album passt. Ein weiteres Highlight kommt dann noch mit "Halfway To Anywhere", das vielleicht ein wenig sehr simpel ist, aber vielleicht auch dadurch spätestens nach dem dritten Hören nicht mehr aus den Ohren geht. Einen soliden Abschluss gibt es mit "Welcome To Paradise" - und mit dem neuerlichen Start ab Song eins hüpft man am besten gleich wieder direkt ins musikalische Paradies zurück.

Natürlich hat man das eine oder andere schon mal wo gehört. Oder man überlegt lange, woher einem diese Melodie oder jene Harmonie bekannt vorkommt. Aber das geht einem heutzutage sehr oft so, wenn man ehrlich ist. Und wenn das so gut gemacht ist wie hier... Musik, die eine derartige Spielfreude ausstrahlt und solch positive Stimmung und Gefühle hervor ruft ist einfach unbezahlbar, und das überträgt sich unweigerlich auf den Hörer. Den einzigen minimalen Abzug gibt es neben diesem einen nicht wirklich dazu passenden Song nur dafür, dass bei Sound, Mix, Produktion noch etwas Luft nach oben ist und eventuell ein wenig mehr Druck und Klarheit herausgeholt werden könnte. Ansonsten ist ANGELINE nach den Alben von W.E.T. und CREYE ein weiteres frühes Highlight im Jahr 2021 gelungen. Well done, guys, we want more and more...! 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Andreas Meiser (03.03.2021)

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