BRAND OF SACRIFICE - Lifeblood

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VÖ: 05.03.2021
Bandinfo: BRAND OF SACRIFICE
Genre: Deathcore
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

BRAND OF SACRIFICE gelten wohl als DER heiße shit, wenn wir uns aktuell mit der Deathcore Szene beschäftigen und mit "Lifeblood" folgt dieses Jahr auch bereits der zweite Streich der sympathischen Kanadier. Die Jungs haben sich voll und ganz ihrem Nerdtum hingegeben und behandeln wie auch schon auf dem Debüt "God Hand" aus dem Jahre 2019 den japanischen Manga Berserk. Mit dem Zweitling hat die Band auch ihre vollkommene Unabhängigkeit angestrebt und sich vom Label getrennt. "Lifeblood" wurde also in Eigenregie aufgezogen und bei dem schnell wachsenden Erfolg der Truppe ist es absolut nicht verwunderlich, dass man sich für diesen Schritt entschieden hat. Neben dem Vocal-Monstrum Kyle Anderson himself sind diesmal einige hochkarätige Gäste von Genrekollegen am Start und lassen auf Großes hoffen.

Den Anfang macht das brachiale Intro "Dawn", das dem Hörer ohne Kompromisse mit sofortiger Wirkung ein paar gezielte Schläge gen Magengegend versetzt. Schon zu Beginn wird deutlich, was für ein Ausnahmetalent Vocalist Kyle zu sein scheint. Von Tiefseegrowls über Pig Squeals ist absolut alles dabei - und das in atemberaubender Perfektion. "Demon King" erschien bereits 2020 als Lead Single des Albums und machte deutlich, dass der Härte im Deathcore keine Grenzen gesetzt sind. Die Gitarren wuchten mit der fetten Produktion so richtig schön in die Fresse, sodass sich jede Schönheitskorrektur im Gesicht erübrigt. Die Tempowechsel sind schwindelerregend und Drummer Rob Zalischi knüppelt unermüdlich auf sein Trommelwerkzeug. BRAND OF SACRIFICE schaffen einen wunderbaren Spagat zwischen technischer Finesse, unbändiger Härte und einem gewissen Ohrwurmfaktor. Die Jungs können sich definitiv auf die Fahne schreiben, catchige Hooks im Deathcore salonfähig zu machen. Schon durch das Debüt haben die Jungs ein Trademark gesetzt, das uns auch hier begleiten würde: Chöre. In der Hook sind es zwar nur seichte Einlagen, doch dieser melodische Touch gibt dem Ganzen ordentlich Würze und lässt die Ohren schlackern. "Animal" würde ich sogar schon jetzt in den Topf um die Verlosung für den "Song des Jahres" schmeißen, denn hier wird epicness schlichtweg neu definiert. Wenn der Einsatz von Chor im Opener noch als seicht zu betrachten ist, so gehen BOS hier all-in. Die Strophen wollen den Hörer allerdings erstmal skalpieren, bevor der melodische Einschlag seine Spuren hinterlässt. Es ist unglaublich hoch einzuschätzen, was für ein Können die Instrumentalisten hier offenbaren, denn die Truppe ist verdammt jung und spielt hier technisch betrachtet auf allerhöchstem Niveau. Den Jungs wird nicht umsonst schon jetzt nachgesagt sie seien die Zukunft des Deathcore und wer auch nur ansatzweise in dieses Genre rein gehört hat, der weiß darum, was für krankhaft technischer shit dort sein Unwesen treibt. "Altered Eyes" bringt mit seinem orientalischen Einschlag einen ganz anderen Groove mit sich und möchte den Härtegrad der ersten Tracks nochmal pulverisieren. "Böse" wird hier quasi neu definiert! Die Blastbeats in den Strophen sorgen, glaube ich, dafür, dass der gute DRAGONFORCE Drummer einen vorzeitigen Samenerguss erlebt. 

"Prophecy Of The Falcon" präsentiert uns mit Frankie Palmeri (EMMURE) den ersten Gastauftritt und dass der Mann seinen ganz eigenen Groove mitbringt, muss ich wohl kaum erwähnen. Eine wunderbare Addition zu Kyles Growl-Repertoire, die dem Track eine frische Brise verpasst. Auch hier wechseln sich orientalische Klänge mit Chorpassagen ab, die wiederum von Blastbeats zermalmt werden. Kaum angefangen, endet der Track auch schon wieder... Wow! Zwingend erwähnen möchte ich noch "Mortal Vessel", das Ben Duerr (SHADOW OF INTENT) als Gast implementiert. Hier trifft also vocaltechnisch die Crème de la Crème aufeinander und verbindet das, was uns den völligen mindfuck beschert. Ich kann kaum in Worte fassen, was für eine Zerfickung (man möge mir den Einsatz meiner Fäkalsprache an dieser Stelle verzeihen) hier stattfindet. Alien-noises wechseln sich mit bösartigen Growls ab, die bis ins Mark gehen. Gerade die Hook bleibt förmlich im Ohr kleben, auch wenn dem geneigten Hörer so oder so keine Wahl gelassen wird. Was für Breakdowns uns BRAND OF SACRIFICE hier übrigens Song für Song um die Ohren hauen, lässt alles bisher dagewesene erblassen. Wenn du denkst "NOCH langsamer ist nicht möglich", dann setzen die Jungs noch einen drauf, obgleich hier "Altered Eyes" sich zugegebenermaßen die Krone aufgesetzt hat. Zu guter Letzt greife ich noch "Vengeance" heraus, das durch Gastsänger Jamie Graham (VISCERA) eine sehr melodische Komponente erhält. Dabei beziehe ich mich diesmal tatsächlich stumpf auf seine Vocals, die in der Hook einen tollen Melodiebogen erzeugen. BRAND OF SACRIFICE verstehen es, ihre Gäste perfekt in Szene zu setzen, ohne ihren eigenen Sound dabei zu verlieren. 

"Lifeblood" kann für viele Interessierte der perfekte Einstieg in den DEATHCORE sein und für die, die diesem Genre bereits viel Liebe schenken, wird es 2021 der heiße Scheiß sein. So oder so wird es verdammt schwer, dieses Meisterwerk zu toppen, denn BRAND OF SACRIFICE haben die Latte unglaublich hoch gelegt. Kyle Anderson gehört zum Besten, was ich im Growl/Screaming/Shouting Bereich jemals gehört habe. Die Band als solche ist technisch verspielt und zelebriert dies auf allerhöchstem Niveau, ohne sich dabei zu verkrampfen oder im Nichts zu verlieren. Ich kann dem Album letztlich nur folgende Aussage widmen: Ich küsse deine Augen!



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Sonata (05.03.2021)

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