THE CROWN - Royal Destroyer

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VÖ: 12.03.2021
Bandinfo: THE CROWN
Genre: Melodic Death Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

2020 hätten die Schweden ihr 30-jähriges Jubiläum feiern sollen, doch dank Corona fiel die große Sause zumindest konzerttechnisch leider ins Wasser. Aber davon ließ sich das Melodic Elchtod Abrisskommando natürlich nicht entmutigen, und auch wenn die Live-Prognose auch für dieses Jahr ebenfalls alles andere als rosig ist (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt), schenken uns THE CROWN im März immerhin ein neues Album. Der Nachfolger von "Cobra Speed Venom" ist die mittlerweile elfte Langrille (die ersten beiden Alben erschienen noch unter dem Namen CROWN OF THORNS).

Die Veröffentlichungen aus den Jahren 2010 ("Doomsday King") und 2015 ("Death Is Not The End") waren ja nicht so das Gelbe vom Ei, vor allem wenn man vorher schon solche Göttergaben wie "Crowned In Terror" (2002) und vor allem "Deathrace King" (2000) unter das Metalvolk gebracht hatte. Zum Glück rückten THE CROWN ihr leicht in Schieflage geratenes Bild mit "Cobra Speed Venom" in allen Belangen wieder gerade. Und nun schickt man also den Königlichen Zerstörer ins Rennen.

Vorweg, auch "Royal Destroyer" ist wieder ein gutes Album geworden, allerdings gibt es neben viel Licht auch den ein oder anderen Schatten.

Auch wenn man es ob der Kürze der Laufzeit vermuten könnte, der Opener "Baptized In Violence" ist kein Intro, sondern absolut einleitungsfrei der erste kurze und schmerzhafte echte Song der neuen Scheibe. Eine wilde, mit Hardcore und Crust Elementen angereicherte Knüppelorgie, die mir aber trotz der nur 1:18 Minuten zu eintönig erscheint. Weiter geht es mit "Let The Hammering Begin!", eine thrashige Hyperblast-Todesblei-Abrissbirne, die zwar strukturierter als der Eröffnungstrack daherkommt, aber jetzt keine wirklichen Begeisterungsstürme in mir auslöst. Überdurchschnittlich, aber weit entfernt von super. Aber aller guten Dinge sind bekanntlich drei: Mit "Motordeath" packen THE CROWN den ersten wirklich richtig arschgeilen Song des aktuellen Albums aus. Melodischer Elchtod in Hochgeschwindigkeit, aber mit einer klasse Hookline und eben diesem Rhythmus, bei dem man mit muss! Absoluter Knaller!

Doch leider folgt danach der sperrigste Track. "Ultra Faust" rauscht mit einem Affenzahn, aber eben leider auch bei jedem erneuten Hören irgendwie an mir vorbei. Mit "Glorious Hades" erfolgt allerdings zum Glück gleich darauf eine erneute Kurskorrektur. Denn es dröhnt ein schleppender, fast doomig daher kriechender Wutklumpen aus den Boxen, der nur verbrannte Erde hinterlässt. Danach treten die Schweden wieder aufs Gas und hauen mit dem etwas plakativen Titel "Full Metal Justice" erneut eine amtliche Uptempo-Nummer raus, der allerdings ein wenig der Wiedererkennungswert fehlt.

Das kann man von "Scandinavian Satan" allerdings nicht behaupten! Nach "Motordeath" ganz klar das zweite Album-Highlight, entpuppt sich der Track als kurzweilige Ballergranate mit rotziger Punk-Attitüde und kongenialem Solopart.

"Devoid Of Light" wildert (im positiven Sinne) hernach ausgiebig in eher Bolzenwerfer-typischen Gefilden, ehe man im späteren Verlauf das Gaspedal immer wieder dermaßen durchs Bodenblech tritt, dass einem beim Zuhören regelrecht schwindelig wird. Geiler Song, doch es wird noch besser.

"We Drift On" watet trotz der fast durchgängigen Double Bass (und nur unterbrochen von ein paar kurzen Verschnauf-Abschnitten) knietief im Midtempo, während der THE CROWN typische Schwedentod in bislang so nicht gekannten Maß eingeschwärzt wird. Dazu kommt das Hauptthema mit einer Melodie zum Niederknien, und fertig ist Album-Highlight Nummer drei.

"Beyond The Frail" schließlich beendet den aktuellen Longplayer als ein wirklich sehr gutes Stück rasender Melodeath schwedischer Prägung in Stil und Ausführung. Dazu kommt eine der Musik angemessene, leicht rohe aber äußerst druckvolle Produktion, die dafür sorgt, dass THE CROWN dem Hörer soundmäßig ordentlich den Scheitel frisieren. SO muss skandinavisches Todesmetall klingen.

Fazit:

"Royal Destroyer" kann das Niveau des Vorgängers nicht ganz halten, allerdings war "Cobra Speed Venom" auch eine krasse Hausnummer. Von den oben genannten (leichten) Schwachpunkten einmal abgesehen bleibt unterm Strich jedoch ein wirklich gutes Album, das man auf jeden Fall mehr als einmal hören kann und das neben zwei, drei schwächeren Tracks auch richtige Höhepunkte zu bieten hat.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (17.03.2021)

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