FUATH - II

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VÖ: 19.03.2021
Bandinfo: FUATH
Genre: Black Metal
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Aus meiner einstigen Heimat Glasgow hailen, respektive hailed die Ein-Mann-Horde von FUATH mit ihrem Zweitwerk "II". FUATH soll angeblich "Hass" auf Gälisch bedeuten. Das kann sein, sind doch Old School - Black Metaller selten ein fröhliches Völkchen welches gerne Häschen streichelt, Vogelhäuser baut oder Weihnachtspullover strickt. 

Die Inspiration für das vorliegende Album kommt von der zweiten Welle des norwegischen Black Metal. Kann man so stehen lassen, auch wenn sowohl der Sound wie auch das Songwriting deutlich fortgeschrittener sind als das Geklimper und Gekeife der Kirchenbrenner und Mörder aus dem Norden in den frühen 90ern. FUATH, respektive Andy Marshall nennen ihre Form der Schwarzkohle "Caledonian Metal", warum auch nicht, ein eigenes Fach im wild wuchernden Genrebezeichnungsbibliothekenflügel mehr oder weniger ist auch schon, wie sagt der Österreicher so schön: wurscht.

Die Atmosphäre von "II" kommt, natürlich, von langen Spaziergängen in den Glasgower Wäldern während diverser harscher Winter. Ich war doch recht oft in Glasgow, die Stadt schien mir eher gering bewaldet. Vielleicht hat sich das mittlerweile geändert, es wäre den Glaswegians zu wünschen, die größte Stadt Schottlands ist nämlich generell ziemlich hässlich.

Andy Marshall spielt bis auf das Schlagzeug alles selbst, und ja, da haben wir schon deutlich Übleres gehört. Diese Ein-Mann-Horden sind nahezu immer Sondermüll (Ausnahmen bestätigen, etc.). Das ist hier nicht der Fall, das Album mit seinen auf über 40 Minuten ausgewalzten fünf Songs hat durchaus Klasse, zwingende Melodien und wie schon erwähnt einen recht tragbaren Sound. Verwaschen wird es, wenn man die Seile kappt um flinker zu werden, dann bestimmt ein eigenartiger Lead-Sound das Geschehen, der Rest der Kapelle verschwindet dahinter. Im Midtempo ist man souverän, heavy und durchaus groovig.

Das große Problem von FUATH sind die "hypnotischen" Wiederholungen von Riffs und Songparts. Prinzipiell ist dagegen nichts zu sagen, aber die Lieder sind einfach zu lang, man hoppelt deutlich jenseits des Hypnotischen. 

Hier mit dem Editierstift eingegriffen und das Album wäre deutlich zwingender. So bleibt ein leicht überdurchschnittliches Album, mit dem die Corpse-Paint-Community gut bedient ist.

 

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (30.03.2021)

WERBUNG: Hard
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