IRONBOURNE - Ironbourne

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VÖ: 26.03.2021
Bandinfo: IRONBOURNE
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Geboren aus IRON, geboren aus langer Tradition. Seit Jahrhunderten bauen die Menschen Eisenerz ab, seit über vier Dekaden spielen die Menschen echten Stahl. Die Einen gaben ihr Leben, um IRON zu bergen, die Anderen schenken ihr Leben dem HEAVY METAL.

Ich finde dieser Einstieg aus dem Promosheet von IRONBOURNEs Debütalbum ist einfach zu schön, um ihn nicht 1:1 mit euch zu teilen. Vor allem weil wir es bei dieser Band aus dem Schwedischen Ludvika mit waschechten Metal-Bros zu tun haben - Gitarrist Olof Geijer, Bassist Lars Andersson und Drummer Segan Viktorsson wuchsen sogar in derselben Straße auf und kennen einander bereits ihr Leben lang.

Diesen Zusammenhalt spürt man deutlich. Ähnlich einer Fußballmannschaft, die schon sehr lange aufeinander eingespielt ist und die Pass- und Laufwege der Spieler auswendig beherrscht (also nicht wie unser Lieblingsverein - d. Red.), harmonieren die Musiker von IRONBOURNE hörbar sehr gut miteinander. Daß das nicht so selbstverständlich ist wie es sein sollte, beweisen zahlreiche Veröffentlichungen, die zu konfus, zu unausgereift sind, um überhaupt ein Review in diesen heiligen Stormbringer-Hallen zu erhaschen. Doch IRONBOURNE haben noch ein weiteres As im Ärmel: Ihren Sänger. Torbjörn Andersson ist für mich die Entdeckung des Monats! Seine Stimme ist kräftig, etwas rauh und mit einer Extraportion Power ausgestattet. Und: Er trifft die Töne - auch das ist nicht so selbstverständlich wie man meinen möchte. Bisher trat er nur in den mir gänzich unbekannten Bands HYBRIDIA und DEPUTY in Erscheinung. Torbjörn, von dir wird man definitiv noch viel hören!

Was die Songs selbst anbelangt, da haben wir noch etwas Luft nach oben. Zwar birgt irgendwie jeder Titel Potenzial für Nachhaltigkeit, doch wirklich hängen bleibt wenig Verwertbares. Mit ihrer Interpretation von klassischem Heavy Metal, der stets an der Schwelle zum kernigen Hard Rock wandert, fahren die Schweden ein solides Programm. Solide ist auch gleich mal die Eröffnungsnummer, mit der IRONBOURNE den Hörern ihre Visitenkarte in die Hand drücken: Guten Tag, wir sind gekommen um zu bleiben! Großartige Nummer. Auch "Twilight Of Gods" (wieviele Metalsongs mit diesem Titel gibt es eigentlich?) bleibt im Gedächtnis: Ein zentnerschwerer Metalstampfer mit kräftiger MANOWAR-Schlagseite. "Year Of  Judgement" fällt nicht zuletzt wegen seiner Überlänge fast schon in die Prog-Schublade und entwickelt sich nach mehrmaligem Hörgenuß zu einem echen Grower. Mit "Varsel" gibts dann auch noch einen Song auf Schwedisch, also wieder mal für jeden was dabei. Damit sind die Höhepunkte aber auch schon abgesteckt. Wie gesagt - es gibt Potenzial im Hause IRONBOURNE.

Wer ab und an meine Reviews liest, weiß, daß ich auf eine gute Produktion mit entsprechend Wumms großen Wert lege und hier machen die Schweden wieder alles richtig. Die Songs mögen vorerst noch besserer Durchschnitt sein, klanglich macht diese Scheibe aber schon richtig gute Laune! Mit zuversichtlichem Blick in die Zukunft gibts von mir hier schon mal einen fetten Daumen nach oben.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: adl (24.03.2021)

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