MUSTASCH - A Final Warning (Chapter 1)

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VÖ: 16.04.2021
Bandinfo: MUSTASCH
Genre: Hard Rock
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

Das ging flott: Nachdem MUSTASCH im vergangenen Jahr das Album „Killing It For Life“ veröffentlichten, schießen sie jetzt nur ein Jahr später mit „A Final Warning – Chapter One“ den nächsten Mini-Dreher mit sechs neuen Songs hinterher, zusammen mit der Ankündigung, dass dies nur ein erster Teil von zwei Alben ist. Das zweite Kapitel soll im Oktober veröffentlicht werden. Erklären kann man diese recht ungewöhnliche Veröffentlichungspolitik wohl nur mit Arbeitswut, ausgelöst vielleicht durch Corona oder damit, dass die Schweden in diesem Jahr ihr 20-jähriges Veröffentlichungsjubiläum feiern. Und dass sie mit der Single „Contagious“ (auf „Chapter One“ enthalten) im Februar 2021 am Melodifestivalen (der schwedischen Nationalauswahl für den Eurovision Song Contest) teilnahmen und dadurch gewonnene Kaufinteressenten so schnell wie möglich ein Angebot machen wollten. Rund wirkt das aber alles nicht: Um das Interesse wegen des Musikwettbewerbs zu bedienen, kommt die Scheibe mit Ende April etwas zu spät und auf alte Fans der Band könnte das wie der Versuch des doppelten Kassierens wirken. Andererseits sind das vielleicht auch Denkmuster aus der Prä-Streaming-Ära, wo noch merkbar mehr physikalische Tonträger verkauft wurden als mittlerweile.

Wie auch immer. Jedenfalls gibt es hier also nicht wirklich viel zu bewerten; auf bummelige 21 Minuten Spielzeit kommen die sechs neuen Songs. Zum eher mauen Vorgänger-Album legt das Quartett aber eine ordentliche Schippen Qualität mit Schmackes drauf. Auch wenn man sich beim Opener und Titeltrack erneut fragt, ob die Herren trotz ihrer reichhaltigen Erfahrung als Musiker nicht doch mal dringend einen kompetenten Produzenten an ihre Seite holen sollten: Die arg künstlich klingenden Streicher nerven mit ihrer viel zu großen Präsenz auffallend stark. Sehr merkwürdig dieser Anfängerfehler. Dabei ist der Song an sich ganz gut, wenn nur diese Streicher nicht wären. Etwas besser macht es „Contagious“, wo die Band gekonnt zwischen harter Gitarrenrhythmik und fluffig-melodiösem Refrain hin und her pendelt.

Dieses Anfangsduo ist aber zu vernachlässigen. Hörenswert ist „The Final Warning – Chapter One“ wegen der anderen, folgenden Songs. „Albert Einstein“ rockt höllisch, der recht aggressive Gesang  (passend zum Text: „Who the hell are you, not exactly fuckin` Einstein!“) ist teils mit Effekten verzerrt, was für noch ein bissl mehr Variabilität sorgt und zur Mitte gibt’s eine Weltklasse-Gitarrensolo-Abfahrt. Noch rockiger wird’s beim vorab veröffentlichten „You`re Killing Me“, das einfach nur abräumt mit seinem fiesem Riff, den herausgespuckten Lyrics (Mann, hört sich der Mann angepisst an!) und der höllisch groovenden Rhythmus-Fraktion inklusive dem schön vernehmbarem pumpenden Bass. Bei „Searching For Long Range Communication“ zeigen MUSTASCH dann, dass sie nicht nur abrocken können, sondern auch Melodien mit Nachhall aufbauen können. Auch hier kommen im Übrigen Streicher zum Einsatz, aber eben nicht so omnipräsent wie beim Opener und genau so ist das okay. Das abschließende „To Be Continued“ ist eine schief gesungene Mini-Ballade mit Klavier, die eher wie ein Zwischenspiel wirkt und nicht wie ein richtiger Song.

Somit gibt’s auf „The Final Chapter – Chapter One“ zu Beginn zwei Songs, die okay sind, dann zwei höllisch rockende Prachtnummern, noch einen Track, der okay ist und eine Zwischennummer. Mit wie vielen Punkten bewertet man nun so etwas? Schwierig, auch aufgrund der dünnen Quantität. Zumindest gibt es die Hoffnung, dass „Chapter One“ zusammen mit dem in ein paar Monaten nachgeschobenen „Chapter Two“ eine runde Sache wird.



Ohne Bewertung
Autor: Tobias (09.04.2021)

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