STRANGER VISION - Poetica

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VÖ: 26.03.2021
Bandinfo: STRANGER VISION
Genre: Melodic Metal
Label: Pride & Joy Music
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

RHAPSODY, dacht ich als ich der Eckdaten der jungen Italiener von STRANGER VISION gewahr wurde. Auch das Mitwirken von Alessandro Conti ließ eine stilistische Ausrichtung in die Vielfalt der RHAPSODYS vermuten. Gut, ein, zwei Mal mag das so sein, insgesamt ist man aber deutlich mehr dem Melodic Heavy Metal zugeneigt als die Filmscorer aus den Apenninen. Hier wird der ganze Bogen des Genres ausgenutzt. Vom recht harten Opener über knackiges Gefidel bis hin zu einer grandiosen Superschnulze (ja, ich gebe es zu, ich habe eine Schwäche für musikalische Ester von Glycerin und Fettsäuren).

Die Zutaten sind in einem einwandfreien, frisch geduschten und sauber abgetrockneten Zustand. Die Gitarren nicht zu modern aber auch nicht auf Deaf Forever-Level, das Schlagzeug, zumindest die Snare scheint getriggert, dies aber mit Bedacht, auf das es nicht dem/der Hörer*in auf den Wecker geht. Sehr gelungen der Sologitarrensound, das klingt schon nach DREAM THEATER. Man mag zwar nicht auf deren Niveau sein, aber samma sich ehrlich, wer ist das schon. Der USP ist aber der Gesang von Ivan Adami, der ein schön breites Timbre hat und sich nicht vor dem Gastvokalisten Zak Stevens verstecken muss. Gut, für mich ist Zak einer der drei besten lebenden Metal-Sänger, in dieser Ranglistenposition ist Ivan wohl noch ein Zeiterl nicht, aber der Mann weiß wie man die stark hookbetonten Songs in der Erinnerung des/der Hörer*in verankert.

Die Band hat sich erst vor zwei Jahren zusammengefunden, die Finder waren Riccardo Toni und Ivan Dami. Vor dem vorliegenden Debüt haben sie sich bereits mit Coverversionen im Netz (unter anderem "Moonshield" von IN FLAMES, "Space Oddity" von DAVID BOWIE) einen Namen gemacht. 

Jetzt eben das erste Album, poetisch "Poetica" getauft reüssiert es mit schönen Melodien, stimmungsvollen Gastbeiträgen und schön arrangierten Songs. Der Power-Metal, Heavy Metal, italienische Power Metal, etc. wird hier nicht neu erfunden, aber wenn man ihn so sauber vorträgt kann man das schon so stehen lassen. 

Allein, "Poetica" ist mir persönlich ein wenig zu lang geraten. Meine Leser wissen, dass für mich 45 Minuten give or take die ideale Länge für ein Album sind. Jetzt sind wir aber in der prekären Situation, dass das Album keinen schlechten Song auffährt ("Defying Gravity" fällt im Vergleich zum Rest ein klein bisschen ab" - aber auch wirklich nur ein wenig). Gut, die Zwischenspiele hätte man sich schenken können, die unverzerrte Version von "Soul Redemption" ditto und ab und an könnte man etwas straffen. Aber insgesamt hat das Album einen schönen Punch, grandiose Vocals und einen Song wie "Rage" auf dem ersten Album zu haben muss man ihnen einmal nachmachen. Außerdem mag ich den italienischen Slang bei den Vocals, das kommt einfach charmant.

Für Fans zeitgemäßen Heavy Metals ist das Album durchaus empfehlenswert. Man darf halt keine auf D gestimmten Gitarren oder 12/8-Takte erwarten. Was man wahrscheinlich ohnedies nicht tut bei STRANGER VISION.

Sehr solides Debütalbum mit zwei, drei ganz, ganz starken Songs!

 

 

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (31.03.2021)

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