CORR MHÓNA - Abhainn

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VÖ: 16.04.2021
Bandinfo: CORR MHÓNA
Genre: Extreme Metal
Label: Satanath Records
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Lineup  |  Trackliste

Im schönen Irland leben die Quinn-Brüder und die Farrow-Brüder. Gemeinsam sind sie CORR MHÓNA, was wohl so viel bedeutet wie „das Seltsame aus dem Sumpf“ und den Reiher beschreibt, der sich auch im Bandlogo wiederfindet. Die Band wurde 2008 gegründet, hat 2009 ein Demo und eine EP herausgebracht, ließ 2014 das Debütalbum „Dair“ folgen und nun erscheint am 16. April 2021 die zweite LP „Abhainn“.

Das Brüder-Quartett spielt einen faszinierenden Genre-Mix aus Progressive, Black, Death, Doom und Pagan Metal mit wesentlichen Elementen aus dem Irish Folk. Drei der Musiker leihen der Musik ihre Stimmen, was die interessante Vielfältigkeit und Einzigartigkeit der Band nur noch weiter untermalt. Es gibt Growls, Screams, Klargesang und traditionellen gälischen Sean-nós-Gesang. Das irische Gälisch ist auch die Sprache, in der alle Texte auf „Abhainn“ gehalten sind. Dieser Titel ist ebenfalls Gälisch und bedeutet „Fluss“, was simpel aber treffend das Konzeptalbum umreißt, das nämlich von den Fließgewässern Irlands handelt.

Mal plätschert „Abhainn“ gemütlich-gefühlvoll ins Ohr, mal erzählt ein reißender Strom von Schmerz, Leid und großen Emotionen. Musikalisch wird dabei ein beeindruckendes Gleichgewicht wie auch Wechselspiel aus dämonisch grollender Härte, vertracktem Strudel-Spiel und unvergleichlichen irischen Schwermuts erzeugt. Selbst wenn man kein einziges Wort versteht, wie es neben mir wohl den meisten Hörern gehen wird, spürt man, wie hier Geschichten erzählt werden, die in ihrer natürlichen Ursprünglichkeit vielleicht sogar zu groß für den menschlichen Verstand sein könnten.

Fazit: Der Fluss, den CORR MHÓNA auf „Abhainn“ musikalisch verkörpern, entspringt, plätschert, schlängelt, fließt, reißt mit und ergießt sich letztlich in einem Meer klanglich ästhetischer Tiefe. Jene natürliche Tiefe, die ohne menschlichen Einfluss in Äonen geschliffen zu sein scheint. Genregrenzenlos wird traditionell Irisches mit Extreme Metal vermengt, was exzellent gelingt und ein einzigartiges, wunderschönes Kunstwerk hervorbringt.

 

Ich möchte jetzt nach Irland und an sowie auf den Flüssen der grünen Insel reisen und schließe daher mit herzlichstem Dank an CORR MHÓNA und einem ungelogen weinend verliebten, unpolitischen, naturbezogenen „Éirinn go brách!“ – Irland für immer!

 

Um Missverständnissen in der Notenvergabe vorzugreifen, sei hier erwähnt, dass es sich bei 4,0 Punkten um eine außergewöhnlich starke Platte, bei 4,5 Punkten um ein überragendes Ausnahmealbum und bei 5,0 Punkten um fast unerreichbare Perfektion in der Meinung dieses Review-Autoren handelt.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Jazz Styx (09.04.2021)

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