DARWIN - Darwin 3: Unplugged

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VÖ: 16.04.2021
Bandinfo: DARWIN
Genre: Progressive Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Der isländische Multi-Instrumentalist DARWIN hat mit hochkarätiger Unterstützung (Simon Philips, Billy Sheehan, Guthrie Govan und andere bekannte Namen haben mitgewirkt) schon zwei Alben feinen Progrocks herausgebracht. Jetzt ist mit „DarWin 3: Unplugged“ eine – wie der Name schon sagt – stromlose Werksschau dieser Alben erschienen. Der Sinn dahinter will sich leider trotz mehrmaligen Hörens nicht so recht erschließen. Die acht Songs auf „Unplugged“ teilen sich auf in fünf rein instrumentale Tracks mit orchestraler Unterstützung und drei tatsächlicher Unplugged-Songs, also mit Gesang, Akustik-Klampfe und so weiter.

Leider kranken beide Songtypen an unterschiedlichen Dingen. Die klassischen instrumentalen Songs („Escape The Maze“, „Nightmare Of My Dreams“, „Forever“, „Rise“ und „Last Chance“) sind – unabhängig von der Qualität der Vorbilder – ein Musterbeispiel an Easy-Listening-Klassik der unauffälligsten Variante, deren Einsatz von Fahrstuhlmusik über Untermalung von Tier- oder Pflanzendokus denkbar wäre. Ein bisschen Streicher-Harmonien über eine Klavier- oder Gitarren-Basis zu legen reicht halt leider heutzutage nicht mehr aus, das haben andere Bands schon deutlich besser gemacht. Und das Saxophon bei „Forever“ ist sowieso mehr als Kriegsverbrechen als als ernstzunehmendes Instrument zu werten.

Viel besser läuft es mit den Unplugged-Songs auch nicht. „Slowly Melting“ krankt an der zumindest diskutablen Gesangsleistung, die zwar bei „One Horizon“ etwas besser wird – aber dafür greifen die Lyrics so ziemlich jedes Klischee auf das sich mehr oder weniger reimt, da hilft auch die erstmals zu bemerkende feine Instrumentenkunst nicht mehr, wenn Billy Sheehan seinen Bass singen lässt. Nur beim Rausschmeißer „Another Year“ kommt so etwas wie Interesse auf – die Nummer wurde zu einer sehr eingängigen Poprock-Nummer umgestaltet, mit feinen Chören und Klatschen, das einen 50 Jahre in die Vergangenheit (zu den großartigen ELECTRIC LIGHT ORCHESTRA etwa) katapultiert.

Man versteht natürlich, dass in der Corona-Zeit viel veröffentlicht wird, weil die Bands nicht live spielen können - Machwerke wie „DarWin 3: Unplugged“ haben aber in der Form keine Existenzberechtigung. Mit solchen Scheiben wird der Lockdown nicht leichter, da wünscht man sich wieder mal vollwertige Veröffentlichungen.

 



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Luka (15.04.2021)

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