FEANOR - Power Of The Chosen One

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VÖ: 23.04.2021
Bandinfo: FEANOR
Genre: Heavy Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Mitte Februar habe ich eine Rezension zur neuen Scheibe "Metal In My Head" der deutschen Power Metaller WIZARD geschrieben. Warum ich diesen Fakt hier erwähne? Nun, der Frontmann der teutonischen Zauberer, Sven D'Anna,  ist im Nebenjob seit 2016 auch bei FEANOR als Sänger aktiv. Und im Gegenzug hatte Gustavo Acosta, der Chef der Argentinier den Song "Whirlewolf" zum aktuellen WIZARD-Longplayer beigesteuert. So viel zu den Verflechtungen zwischen Deutschland und Südamerika.

FEANOR gehen noch etwas truer als WIZARD zu Werke, was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass seit Neuestem Ex-MANOWAR Gitarrist David Shankle die Axt beim Buenos Aires Fünfer schwingt. Und so ergehen sich dann auch Songtitel und Texte in triefenden Klischees, während FEANOR knietief in lyrischen Ergüssen fürs Phrasenschwein durch das neue Album waten (übrigens ihr viertes).

"Rise Of The Dragon", Power Of The Chosen One", "Metal Land" oder "Together Forever" seien hier beispielhaft genannt und in keiner Weise als abschließende Aufzählung zu verstehen. Den Vogel schießt dabei der fast zwanzigminütige Schlusstrack mit dem Titel "The Return of the Metal King (the Odyssey in 9 Parts)" ab. Irgendwie wirkt der textliche Part der aktuellen Scheibe dann doch einen Tick "drüber". 

Die lyrischen Fremdschämattacken wären aber durchaus zu verschmerzen. Doch auch auf der musikalischen Seite entpuppen sich FEANOR eher nicht als der kleine Bruder von MANOWAR sondern eher als Großcousin von MAJESTY. Wobei ich jetzt wirklich nix gegen die teutonischen Krieger wider den falschen Metal sagen will. Denn wenn wir die MANOWAR-Diskografie gleich mal komplett ausklammern, so kommt "Power Of The Chosen One" auch in keiner Weise an wirklich coole Scheiben wie "Sword & Sorcery" oder "Reign In Glory" von MAJESTY heran.

Zu altbacken und zu simpel sind die Songs von FEANOR gestrickt, auch die spielerische Qualität der Instrumentalfraktion lässt doch immer wieder zu wünschen übrig. Und seltsamerweise klingt Fronter Sven D'Anna, der bei seiner Hauptband einen wirklich formidablen Job gemacht hat, auf "Power Of The Chosen One" nicht etwa wie der Metalbrother von Eric Adams, sondern eher wie ein mittelmäßiger Abklatsch von Tarek.

 

Fazit:

Das war jetzt leider nicht das Gelbe vom Ei. Nebenbei kann man die neue Scheibe von FEANOR schon mal durchlaufen lassen, aber dann ist auch gut, und das Teil wandert für immer hinten in den Plattenschrank.  
 

 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (26.04.2021)

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