FLOTSAM AND JETSAM - Blood In The Water

Artikel-Bild
VÖ: 04.06.2021
Bandinfo: FLOTSAM AND JETSAM
Genre: Thrash Metal
Label: AFM Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Phoenix´ Finest FLOTSAM AND JETSAM sind mit einem neuen Album zurück. Die ewigen Zweiten oder Dritten veröffentlichen "Blood In The Water" als bereits 15. Longplayer, haben in ihrer Discographie ein paar große Alben aber auch Durchschnitt abgeliefert. Dann türmte mal ein nicht unbekannter Bassist und des Öfteren waren FLOTSAM AND JETSAM einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Bekannt dafür, den wohl besten, jedenfalls originellsten, Sänger im Thrash Metal zu haben sind die Arizonians die Steh-Auf-Männchen im Metal. Sie sind eigentlich fast immer da-, nur selten weggewesen. Diesen Prolog habe ich so ähnlich schon einmal geschrieben, er verliert aber nichts an Wahrheit. FLOTSAM AND JETSAM sind eine Konstante im Pantheon des Thrashmetal und werden, nein: müssen dereinst zumindest in den Top 10 des Genres zur Ruhe kommen.

Und die Zeit meint es so gut wie nie mit ihnen. Laut Eric Knutson werden FLOTSAM AND JETSAM in den letzten Jahren immer deutlicher wahrgenommen, die Sales steigen, die Konzerte besser besucht. Scheinbar schaffen sie doch noch den seit Ewigkeiten verdienten Durchbruch. Die Band hat unzählige Besetzungswechsel hinter sich, hat beinahe immer gute bis sehr gute Alben geschrieben und live immer abgeliefert. Vielleicht funktioniert es ja doch noch und die Amis  machen ein paar Schritten nach vorne in ihrer Karriere. Verdient hätten sie es längst.

Mit "Blood In The Water" machen sie genau das, einen großen Schritt in die Top 10 der Thrash Metal Bands dieses Planeten. Da kann man noch so sehr die neuen, jungen, ungestümen Nachwuchsthrasher bejubeln, und dies zurecht, aber ein solches Album war kaum zu erwarten. Die Jungs sind deutlich härter, schneller geworden. Hektisches Riffing trifft auf abwechslungsreiches Drumming, der Bass ist, FLOTSAM-typisch präsent im Mix und, eh schon wissen, einen solchen Sänger hat die Szene nur einmal.

Was diesmal bei beinahe jedem Song funktioniert ist das Songwriting an sich. Haperte es da immer wieder mal mit durchschnittlichen Stücken auf den Alben davor so kommt man diesmal beinahe gänzlich auf höchstem Niveau über die Runden. Mit "Walls" hat man sogar einen METALLICA-Black Album-Level-Hit auf dem Album, ich sag euch Kinder, ein Refrain vom Allerfeinsten. Mit "Cry For The Dead" haben wir, wie auf vielen ihrer Alben, eine Halbballade, für die auch die Mannen um James Hetfield mittlerweile morden würden. Um dem zuvorzukommen gibt es im Refrain jedes Mal ein schönes Hetfield-Gedächtnis-YEAH. Diese Stimme, wo andere, sagen wir betagtere, Rockstars nur mehr dahinhusten als ob sich ihr Pseudo-Krupp von der Kindheit wieder auftut tötet Herr Knutson ohne Ende.

Selbst anfangs nicht jubeln machende Songs wie "Wicked Hour" kommen, gibt man ihnen die Zeit zum Reifen. Einem guten Single Malt nicht unähnlich wird das Songmaterial auf "Blood In The Water" mit mehrfachem Genuss immer besser.

Es gibt auf diesem Album eigentlich nichts Schwaches. Moment, natürlich hat man das Schlagzeug getriggert als gäbe es keine andere Aufnahmeart für dieses Instrument. Ich moniere das schon seit Jahre, allein die Unart nimmt kein Ende. Die Trigger an und für sich sind ja nicht das Problem, aber man könnte ja den daraus resultierenden Sound zumindest ein wenig organischer gestalten. Wie ein lebendes, atmendes Schlagzeug eben klingt. Hier hört sich das leider wie eine aus dem Ruder gelaufene Tupperware-Party an. Zum Glück hat man den Gitarrensound und die Stimme schön laut und im Vordergrund, da kann man sich das Schlagzeug ab und an schönhören.

Wie auch immer, mit FLOTSAM AND JETSAMs "Blood In The Water" haben wir es mit einem Karrierehighlight zu tun. Wer so viel Talent in der Hinterhand hat, dass auch noch der Albumcloser "7 Seconds" ein Überhit ist, hat es endlich verdient, zu den Großen aufzuschließen. Da brauch ich keine neue OVERKILL oder ANTHRAX (deren Erfolg mir seit Jahren nicht einleuchten mag), FLOTSAM regeln das. 

Das Album sollte man unbedingt gehört haben, dann noch am besten kaufen und dann live anschauen. 

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (28.05.2021)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Benediction - Scriptures
ANZEIGE