VELVET VIPER - Cosmic Healer

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VÖ: 23.04.2021
Bandinfo: VELVET VIPER
Genre: Hard Rock
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

VELVET VIPER sind in den letzten Jahren ganz schön fleißig gewesen. Nach "Repice Finem" (2018) und dem 2019er Werk "The Pale Man Is Holding A Broken Heart" stellt "Cosmic Healer" das dritte Album in drei Jahren da. Dazwischen gab es noch die ebenfalls unter dem Banner VELVET VIPER veröffentlichten ZED YAGO-Re-Releases "From Over Yonder" (Review) und "Pilgrimage" (Review), beide aus dem Jahr 2020. Ein Segen für den Fan, zumindest eine gehörige Kompensation zum fehlenden Live-Erlebnis.

"Cosmic Healer" ist ein kompaktes, eingängiges Werk voller Hymnen geworden. Das flotte "Sword Sister" ist bereits ein Einstand nach Maß. Die Produktion ist zwar trocken aber äußerst druckvoll. Weiterhin ist es so, dass die Stimme von Jutta Weinhold das absolute Aushängeschild der Truppe ist. Bei der Lady ist es wie mit gutem Wein - je älter umso besser. Auch auf der neuen Scheibe trägt sie das Album vom ersten bis zum letzten Ton. Allerdings sollte man auch gute Songs am Start haben, die die tolle Stimme entsprechend veredelt und davon ist auf "Cosmic Healer" einiges vertreten.

Die Songs sind abwechslungsreich gestaltet, fast jeder Song ist für sich eine Hymne geworden und auf die eingängigen Refrains scheint diesmal besonderer Wert gelegt worden zu sein. Viele Stücke bewegen sich wie der Opener im ordentlichen (Up-)Tempobereich, sei es nun der Titelsong, der raffinierte Tempowechsel aufweist oder der Nackenbrecher "Voice Of An Anarchist".  Auch "Holy Snake Mother" wälzt alles aus dem Wege, was sich ihm in den Weg stellt. Zu letztgenanntem Song gibts es auch ein aufwändig gestaltetes Video. Alles kleine Meisterwerke, denen man viel Detailliebe anmerkt und deren Ohrwurmfähigkeit nach zwei bis drei Durchgängen wirklich erstaunlich ist. Neben den üblichen Verdächtigen wie MANOWAR (nur in besser) oder HELLOWEEN fühle ich mich auch oftmals auch an die Powerhymnen der letzten AVANTASIA-Werke erinnert. Dort würde Jutta auch mal gut mit reinpassen (vielleicht liest Tobi Sammet ja mit).

                  

Neben den genannten, schnelleren Tracks ragen auch die typischen VV-Stampfer heraus: Bei "Let Metal Be You Master" (Klischeehafter Songtitel - aber mit Stil!)  sieht man förmlich den Mitsingteil im Konzert bereits von seinen Augen. "Osiris" stellt von diesen Tracks wohl den Höhepunkt dar - formidable Stakkato-Riffs münden hier in einen absolut Gourmet-Refrain. Tolle Nummer.

Dass es trotzdem "nur" zu vier starken Punkten reicht ist dem Schlußdrittel des Albums geschuldet, welche den ersten sieben Stücken fast ohne jegliche Schwachpunkte dann doch nicht mehr ganz das Wasser reichen können. "On The Prowl" läuft einem noch ganz gut rein, "Long Shadows" und "Darkness Of Senses" fehlt dann aber das gewisse Etwas und lässt das Album leicht durchschnittlich ausklingen. Beim Schlusstrack "Götterdämmerung" handelt es sich um die akustische Fassung des bereits vom Vorgängeralbum bekannten Songs.

Alles in Allem ist "Cosmic Healer" ein tolles Album geworden, das kompositorische Niveau ist äußerst hoch, die Songs sind abwechslungsreich und on top gibt es noch die fantastische Stimme von einer der besten deutschen Rocksängerinnen aller Zeiten. Was will man da als Konsument mehr (außer das Ganze einmal wieder live zu erleben!)



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (03.05.2021)

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