POSITHRONE - Necropoles (The Gold Remix)

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VÖ: 12.02.2021
Bandinfo: POSITHRONE
Genre: Dark Metal
Label: 7us media group
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Lineup  |  Trackliste

Frische Musik aus dem Dark/Gothic-Bereich hatten wir schon länger nicht mehr in heimischen Landen, so wie das Genre länderübergreifend generell (abgesehen von den unvermeidlichen zirpenden Geschmacksverwirrungen) in den letzten Jahren ein wenig aus der Mode gekommen zu sein scheint. POSITHRONE lassen sich davon aber nicht beirren und schieben nach mehr als zehn Jahren Pause mit dem vorliegenden „Necropoles (The Gold Remix)“ eine schmissige Mischung aus den düsteren Strömungen härterer Musik über den Ladentisch, die sich mit rauen bis harschen Vocals von der oftmals stimmlich glattgehobelten Masse hervorhebt.

Dabei bedienen sich die vier mysteriösen Musiker, über die man kaum etwas herauszufinden im Stande ist, gerne auch bei Motiven aus der klassischen Musik (zB in „Cybernetic Unions“) oder markigen Elementen aus dem Rock-Bereich und verquicken diese zu einer starken Mischung, die gleichzeitig runde, wie auch zackige Ohrwürmer wie „White Sun“ hervorbringt, die einen verträumt in der Hochblüte der Dunkeldüster-Klänge schwelgen lassen. Die Verbindung aus Piano- und Synthiemelodien, sowie kernigen Gitarren mit bockstarken Solos sitzt zumeist akkurat und beschert den Titeln ergreifende Spannungsbögen und Abwechslungsreichtum, was sich vor allem in den, sich den extremeren Metal-Strömungen nähernden Songs wie dem monumental bebenden Opener „We Are The Way“ niederschlägt.

Auch im gemäßigten Tempobereich, bei traurig-balladesken Songs machen POSITHRONE ihre Sache gut, wenngleich auch die Stimmen beim streckenweise von epischen Gitarrenklängen getragenen „Prodigal Soul“ nicht immer ganz harmonieren wollen – abgesehen davon, würde sich der ausladende Titel aber auch als Stadionrocker gut machen, trotz seiner Komplexität. Das tief und bedrohlich tönende „Alpha Galaxia“ experimentiert gar mit ein wenig Nu Metal Anleihen, was das auf „Necropoles“ gebotene stilistische Potpourri ein wenig auflockert. Die eingangs erwähnte Nähe zu Motiven aus der klassischen Musik schlägt sich auch in Intro und Outro ("La Follia Infernale Pt.I & II") und dem Intermezzo „Winter“ nieder, die sich als apokalyptisch anmutende Neuinterpretationen von Werken Antonio Vivaldi herausstellen.

Der Titelzusatz „The Gold Remix“ erklärt sich, dass es sich um die Neuauflage des vor zehn Jahren über ein griechisches Label veröffentlichte Debüt handelt, das leider sowohl in der Endproduktion als auch der Promotion im Regen gestehen lassen wurde. Gemäß dem Stil, nach dem „Necropoles“ eigentlich schon damals klingen sollte, hat man dem nun verspätet zu Ehren gekommenen Scheibchen ein etwas vom Ursprung differierendes, durchaus druckvolleres Klanggewand spendiert. Dabei wurde eine gute Balance zwischen präsenten, aber nicht unangenehm überlagernden Keyboard/Synths und reißerischen Gitarren gefunden und dem Tonkeller ordentlich Schub spendiert – lediglich „Gen-Errator“ lässt ein wenig Nachdruck vermissen. Einzig die Tatsache, dass die Vocals auf dem Album generell etwas weit in den Hintergrund gemischt sind, trübt den Hörspaß ein klein wenig. Aber abgesehen davon ist „Necropoles“ von POSITHRONE eine bockstarke Überraschung im heimischen Musikdschungel, von der man in Zukunft gerne wieder hören möchte!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (24.04.2021)

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