GOJIRA - Fortitude

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VÖ: 30.04.2021
Bandinfo: GOJIRA
Genre: Progressive Death Metal
Label: Roadrunner Records
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Lineup  |  Trackliste

Dass GOJIRA eine der wegweisenden Gruppen der aktuellen Metal-Szene sind, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Die Franzosen die ihre rhythmischen Riffgewitter stets mit anspruchsvollen Texten versehen, haben mit ihrem letzten Werk „Magma“ (2016) völlig zu Recht zwei Grammy-Nominierungen eingeheimst - ein deutlicher Beweis, dass die Truppe auch außerhalb ihres Kernpublikums markante Duftnoten setzt.

„Magma“ war ein tieftrauriges und emotionales Album, auf dem die Brüder Duplantier den Tod ihrer Mutter verarbeiten mussten. Klanglich gaben sie sich dabei etwas weniger sperrig als in ihren Anfangszeiten, diese sehr dezente Öffnung in Richtung leichter verdaulicher Klänge wurde nicht von allen Fans der ersten Stunde gutgeheißen. Diesbezüglich gibt es eine Entwarnung, GOJIRA gehen wieder schrittweise zurück zu ihren Wurzeln, entwickeln ihren Sound aber gleichzeitig weiter. Die Kernelemente Polyrhythmik, treibende Beats sowie brachiale Riffewände bleiben bestehen, Joe Duplantiers Gesang hat aber wieder verstärkt Death Metal Anteile. Damit dürfte die Gruppe wohl die meisten Fans zufrieden stimmen und wer sich selbst davon überzeugen will, muss sich nur das eröffnende Quartett („Born For One Thing“, „Amazonia“, „Another World“, „Hold On“) anhören. Was in diesen vier Stücken an Gitarrenwänden, rhythmischer Brillanz, epischen Melodien, Tempowechseln etc. aufgefahren wird, bekommt man oft nicht während der Spieldauer eines ganzen Albums geboten. Als Ruhepol fungiert das exakt als Mittelpunkt platzierte, namengebende „Fortitude“, ein mehrstimmiger Chant, der prompt nahtlos in „The Chant“ übergeht, also so etwas wie ein erweitertes Intro darstellt. Danach geht es in gewohnter Manier brachial weiter. „Sphinx“ versprüht verschmitzt, breitbeinig gerockt das Flair alter METALLICA-Schule, das abschließende „Grind“ ist brachiales Geballer für Fans der ersten Stunde.

GOJIRA machen diesmal alles richtig und stoßen mit „Fortitude“ sicherlich bei neuen und alten Fans auf offene Ohren. Die Gruppe schafft den absolut zielsicheren Spagat zwischen ihren klanglichen Wurzeln und neuen Impulsen, eine dermaßen stilsichere musikalische Evolution findet man in den letzten Jahren nur bei wenigen Bands wie z.B. bei MASTODON. „Fortitude“ ist das die Phase der Pandemie perfekt vertonende Klangbild, in dieser bestechenden Form werden GOJIRA weiter wachsen, was auch gut so ist. Irgendwer muss schließlich in zehn Jahren die Headlinerpositionen der großen Festivals füllen.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Michael Walzl (27.04.2021)

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