A DAY TO REMEMBER - You're Welcome

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VÖ: 05.03.2021
Bandinfo: A DAY TO REMEMBER
Genre: Metalcore
Label: Fueled By Ramen
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Lineup  |  Trackliste

Da habe ich doch eben erst über die in ihrer Heimat zum Teil gigantischen Klickzahlen von ESCAPE THE FATE auf YouTube schwadroniert, und schon ist mir eher zufällig und nachträglich gleich das nächste US-Klickmonster (mit u.a. 57 Mio. Aufrufe für das Video zu "All I Want") in den Promo-Rucksack gehüpft. Die Florida-Boys von A DAY TO REMBER sind nicht nur in musikalischer Hinsicht mit ETF verwandt, sondern weisen ähnlich hohe Schauwerte und Chart-Platzierungen in Amiland wie ihre Kollegen auf. Und ADTR haben es immerhin mit "You're Welcome" und dem Vorgänger "Bad Vibrations" sogar in die deutschen Album Top Ten geschafft.

Und wieder haben wir es mit der klischeehaft anmutenden, klassischen Entwicklung einer Band zu tun, die wie so viele andere Combos aus dem Genre Mitte der 2000er im Metalcore/Post Hardcore Dunstkreis gestartet sind und im Lauf der letzten Jahre eine nicht unerhebliche Entwicklung genommen haben, die vielen Altfans überhaupt nicht schmeckt. Denn mit "You're Welcome" polarisieren A DAY TO REMEBER so stark wie nie zuvor.

Ursprünglich waren ADTR mit dem Vorsatz angetreten, die beiden doch recht gegensätzlichen Genres Pop Punk und Metalcore zu verknüpfen und dabei eingängige Songs, die direkt im Ohr hängen bleiben, zu kreieren. Die Idee ging auf und der spezielle Stil der Band fand seine vorläufigen Höhepunkte in den großartigen Scheiben "Homesick" (2009) und "Common Courtesy" (2013). Bis 2016 "Bad Vibrations" dem Ganzen die Krone aufsetzte und A DAY TO REMEMBER der Hörerschaft eine brachial-geniale Mischung aus aggressivem Wutklumpen und extremer Eingängigkeit bescherten, die sich in 13 Hammertracks inklusive des Übersongs "Naivety" manifestierte.

Und nun also, nach fünfjähriger Pause, präsentiert uns das Quintett aus Ocala seine siebte Langrillenveröffentlichung. "You're Welcome" lädt, wie der Albumtitel schon sagt, offenherzig und ohne Bedingungen alle Interessierten ein, sich mit der Musik von ADTR auseinanderzusetzen. Und schon jetzt zeigt sich, dass viele mit der nicht zu leugnenden Neuausrichtung so ihre Probleme haben. Geblieben ist die Eingängigkeit, und hin und wieder blitzt auch auf der neuen Scheibe die alte Mischung aus Pop Punk und Metalcore noch auf ("Last Chance To Dance (Bad Friend)", "Brick Wall", "Resentment").

Größtenteils enthält "You're Welcome" allerdings entweder reine Pop Punk Stücke oder, und das ist neu, Songs, die eher die Alternative Rock/Modern Metal zielen, wobei der Härtefaktor selbst für FIVE FINGER DEATH PUNCH Liebhaber eher als zu vernachlässigend erscheinen dürfte. Aber ist das Album deswegen jetzt schlecht?

Keinesfalls - behaupte ich. Denn mit "Mindreader", "F.Y.M.", "High Diving", "Looks Like Hell", der Gute Laune Nummer "Viva La Mexico", "Permanent" oder dem das Album beschließenden Schunkelmonster "Everything We Need" haben A DAY TO REMEMBER jede Menge schmissig-energetische Tracks an Bord, die zum Tanzen und Mitsingen einladen und direkt ins Ohr gehen.

Fazit:

Ein neues "Homesick" oder "Bad Vibrations" ist "You're Welcome" nicht geworden. Eine eingängige Scheibe mit viel Hitpotential allerdings schon. Man fühlt, dass auch A DAY TO REMEMBER ein Stück weit erwachsen geworden sind. Ihr Gespür, gute Songs zu schreiben, hat die Band dadurch aber keinesfalls verloren. Die Richtung, die ADTR auf dem neuen Longplayer eingeschlagen haben, mag nicht jedermanns Sache sein. Ich zumindest kann mit "You're Welcome" wirklich gut leben.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (05.05.2021)

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