ANTIOCH - V

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VÖ: 14.05.2021
Bandinfo: ANTIOCH
Genre: Heavy Metal
Label: Iron Shield Records
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Lineup  |  Trackliste

Besonders Scharfsinnige erkennen bereits am Titel dieser Veröffentlichung, daß es sich bei "V" um die fünfte Veröffentlichung der Kanadier handelt. Halten wir uns also nicht mit langweiligem Vorgeplänkel auf und starten direkt in diese kurze aber effektive Metalparty.

Mit "Hang The Eagle" fallen ANTIOCH teutonischer mit der Tür ins Haus, als es die alten deutschen Metal Helden in jüngerer Vergangenheit zusammengebracht haben. Neben RUNNING WILD und GRAVE DIGGER poppt vor allem sofort die Erinnerung an ACCEPT auf, wenn uns Sänger Nicholas Allaire den Dirkschneider macht. Bei "On A Ledge" gesellt sich auch noch ein Refrain dazu, welchen man - ebenfalls ganz teutonisch - binnen 30 Sekunden auswendig mitgröhlen kann. Das ist insofern bemerkenswert, als die Legende sagt, daß die Band vor knapp zehn Jahren in einer staubigen Garage ihren Anfang fand, als sich ein paar Freunde zusammenfanden, um dem britischen Heavy Metal zu huldigen. Dessen Einflüsse finden sich eher marginal, dafür gibt es "Wir scheißen uns nix um Trends!"-Attitüde ohne Ende. Diese Attitüde eskaliert mitunter auch mal in punkigen Ausflügen, die an eine sehr rohe Version der TOTEN HOSEN (von denen diese Kanadier sehr wahrscheinlich noch nie einen Ton gehört haben) erinnern - zu beobachten beim höchst abwechslungsreichen "A Facade At The Third Castle", welches mit seinen siebeneinhalb Minuten beinahe ein Drittel der Spielzeit dieser EP einnimmt. Übrigens spannend: Wenn der Sänger Nicholas Allaire nicht gerade wie das Kind der Liebe zwischen Udo Dirkschneider und Rob Halford klingt, erinnern die gemäßigten Passagen im Midtempo an einen jungen Vincent Damon Furnier, der seit bald 50 Jahren besser unter dem Namen Alice Cooper bekannt ist - "Demon Wick" kann hiervon ein Lied singen. Das abschließende "Cloven Hooves" kehrt dann wieder die punkige Seite der Kanadier in den Vordergrund.

Insgesamt ein höchst abwechslungsreiches Scheibchen, welches uns ANTIOCH hier kredenzen. Selten habe ich erlebt, dass eine Band so extrem zwischen allen Genrestühlen sitzt. Der gemeinsame Nenner ist immer noch einfacher Heavy Metal, doch das umspannt bei weitem nicht, was diese Kanadier hier fabrizieren. Macht zwar unheimlich viel Spaß, wohin ANTIOCH mit dieser EP wollen und welchen Markt sie zu erreichen vorhaben, ist mir nicht ganz klar.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: adl (17.05.2021)

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