APHONIC THRENODY - The All Consuming Void

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VÖ: 23.04.2021
Bandinfo: APHONIC THRENODY
Genre: Funeral Doom Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Das kam unerwartet! Kaum hat man APHONIC THRENODYs "The Great Hatred" zurück ins Regal geräumt, kommen die Burschen schon mit einem Nachfolger um die Ecke. Wobei "die Burschen" hier mehr als relativ zu sehen sind, denn in den gerade mal sechs Monaten seit dem Release der letzten Platte hat sich die Band um Gitarrist Riccardo V. komplett neu formiert. Für den letzten Langläufer wurde neben besagtem Saitenchef lediglich Juan Escobar C. als multifunktioneller und stimmgebender Bestandteil des Lineups gelistet, wogegen "The All Consuming Void" ein ganzes Quartett an Musikern inkl. neuem Sänger mitbringt.

Der Titel "The All Consuming Void" ist indes mehr als zutreffend gewählt, denn die Stimmung auf dem neuen Dreher unterscheidet sich deutlich von der seines Vorgängers. "The Great Hatred" bot zahlreiche hochemotionale Stücke, die trotz ihrer überwiegenden Traurigkeit häufig einen positiven Twist einspielten und damit so etwas wie erste Sonnenstrahlen nach einem unbarmherzigen Hagelsturm vertonten. Das aktuelle Werk hingegen ist düsterer, fixiert das Stimmungsbarometer behäbig auf sechs Fuß unter Erdgleiche und verdeutlicht, warum "Funeral Doom" eigentlich "Funeral Doom" heißt. Die um sich greifende Trauer und die gespenstische Stille einer zeitgenössischen Bestattungszeremonie sind allgegenwärtig und lassen kaum Raum für konträre Eindrücke. Spätestens, wenn im Opener "Restless" der elegisch-sakrale Klargesang einsetzt, fragt man sich hastig, wo der schwarze Anzug nochmal geblieben ist.

Wenn man also die genrebezeichnende Stimmung und Atmosphäre als primäre Zielsetzung des Albums ansieht, dann sind alle guten Vorsätze erfüllt, weil man das angesprochene Ambiente kaum trefflicher auf Tonträger bannen kann. Nimmt man jedoch den Vorgänger zum Vorbild und erwartet ein ebenso vor Gemütswallungen überstrudelndes und hookreiches Lowspeed-Feuerwerk, dürfte man mit der neuen Prozession etwas hadern. Denn auf "The All Consuming Void" schafft es lediglich das mit einem Hauch von Desperado-Western aufwartende "Chapel Of The Dead", auf emotionaler Ebene zu den Glanzleistungen seines Vorgängers aufzuschließen. Die übrigen Stücke sind hingegen lang...lang und ohne die gefühlt zeitverkürzenden Faktoren, die "Drowning" oder "The Fall" zu einem kurzweiligen Vergnügen machten. Besonders "Chamber Of Parasites" wirkt mit seinen rund 21 Minuten in dieser Hinsicht überfrachtet, zumal auf das lange Warten auf das Ende des Spannungsbogens nicht viel mehr als die sinnbildliche "All Consuming Void" wartet.

Schade eigentlich...nach dem überraschend guten "The Great Hatred", das wohlgemerkt mein Erstkontakt mit APHONIC THRENODY war, war ich sehr gespannt auf den neuen Stoff der Truppe. Eine mittelmäßige oder gar schlechte Platte ist "The All Consuming Void" nicht, das will an dieser Stelle ausdrücklich betont sein. Doch es ist auch nicht die stringente Fortsetzung dessen, was den besonderen Reiz des Vorgängers ausgemacht hat. Wie man dazu letztlich steht, ist wohl eine Frage der persönlichen Erwartungshaltung an das Genre.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (06.05.2021)

WERBUNG: Hard
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