BERNTH - Elevation

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VÖ: 14.05.2021
Bandinfo: BERNTH
Genre: Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Starten wir die neueste Besprechung doch einmal mit einer Preisfrage: Was haben BELPHEGOR, SEILER UND SPEER und David Hasselhoff gemeinsam? Musikalisch vielleicht ein kleines Stückchen auseinander, greifen oder griffen aber doch alle Obengenannten auf die kunstfertigen Finger des Wiener Gitarristen Bernth Brodträger zurück – sei es nun als Studio-/Livemusiker oder als Songwriter. Mit seinen Wurzeln im Extreme Metal, arbeitete sich Bernth in den vergangenen zehn Jahren zu einem der führenden Gitarristen empor und vergaß dabei trotz seines Jazz-Studiums und seines Engagements beim erfolgreichen Pop-Act SEILER UND SPEER niemals seine musikalische Erstsozialisierung im härteren Musikbereich. Nebst regulärer Lehrtätigkeit gibt BERNTH sein Wissen auch über seinen YouTube-Kanal mit fast 300.000 Abonnenten sowie seine Shred Guitar Community bei Patreon weiter.

Um das Glück eines erfolgreichen Gitarristen komplett zu machen, fehlte eigentlich nur noch ein entsprechendes Soloalbum – und selbiges rollt nun mit „Elevation“ auch an. Natürlich mit hauptsächlich im Metal-Bereich verwurzelten Klängen! Eines gleich vorweg: Stimmen werdet ihr auf „Evelation“ keine finden, dafür singen die Gitarren in allen möglichen und unmöglich geglaubten Tonlagen und es wird geshreddet was das Zeug hält. Dabei wird so mancher feuchter Traum eines Gitarrenenthusiasten wahr – während blutige Anfänger oder gnadenlos Untalentierte, die die höheren Weihen der sechs Saiten niemals zu meistern imstande waren, am liebsten ehrfürchtig das Haupt neigen würden oder selbiges gleich direkt in den Sand hämmern wollen, wenn der Meister seine Interpretation von Paganinis „Caprice 24th“ in die Saiten schlägt. Zwischen gar sphärischen Anflügen wie in „Séance“ und dem vergleichsweise ruhigen „Dopamin“ über vertrackte Passagen wie in „Orbitoclast“ und dem düsteren „Hourglass“ bis hin zu aggressiven Ausritten wie in „Yog-Sothoth“ spannt BERNTH einen beeindruckenden Bogen von Gitarrenklängen der Sonderklasse.

Gänzlich ohne Vocals und oftmals mit progressivem Aufbau ist „Elevation“ natürlich kein 08/15-Werk zur unaufdringlichen Hintergrundberieselung. Für Songs wie das abwechslungsreiche, von geradezu epischer Tiefe getragene „Monolith“, das vor allem durch seinen fein gewobenen Spannungsbogen besticht, muss man schon ein wenig Zeit und Muße mitbringen. BERNTH erhebt aber auch nicht den Anspruch, mit seinem Album eine möglichst breite Hörerschicht anzusprechen, sondern wendet sich auch mit seinen Special Editions (u.A. mit Gitarrensaiten als Beigabe) ganz gezielt an die Klientel, die mehr als eine Sechs(oder mehr)-Saitige im Wohnzimmer stehen hat und diese auch ausufernd nutzt. Ein Album von einem Gitarristen für Gitarristen, sozusagen.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (10.05.2021)

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