STEELPREACHER - Back From Hell

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VÖ: 08.05.2021
Bandinfo: STEELPREACHER
Genre: Heavy Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Erst mal Glückwunsch zum Jubiläum! Seit nunmehr zwei Dekaden stehen STEELPREACHER für ehrlich-erdigen (Underground)Heavy Metal mit humoriger Bier-Attitüde. Und auch wenn zwischen dem letzten Album "Devilution" und der neuen Scheibe satte sechs Jährchen lagen (in denen STEELPREACHER aber keinesfalls inaktiv gewesen sind, sondern vielmehr bis zu Corona immer wieder On The Road waren), die mittlerweile zum Quartett angewachsenen Heavyrocker haben nach wie vor Spaß inne Backen und zelebrieren auf "Back From Hell" eine Metal Party, auf dass es der Hörerschaft die Tränen in die Augen treiben dürfte. Aufgrund der geilen Mucke einerseits, aber leider auch wegen der nach wie vor anhaltenden Konzert-Abstinenz andererseits. Denn die zehn Songs schreien förmlich nach einer explosiven Live-Präsentation auf der Bühne.

Schon der Opener "Here For The Beer" ist ein absoluter Kracher vor dem Gott des flüssigen Goldes! Der Track geht direkt ab wie Schmitz Katze (wer ist dieser Herr Schmitz und warum hat er seine Katze nicht unter Kontrolle? - die Redaktionskatzenaufseherin) und fährt ohne Diskussion in die Beine und die Nackenmuskulatur! Der folgende Titeltrack setzt sogar noch mal einen drauf. Geiles Riff, geile Hook, geile Vocals, geiler Chorus! "Back From Hell" ist das erste, aber längst nicht das letzte Highlight des aktuellen STEELPREACHER Longplayers.

Nach der herrlich vor sich hin swingenden Hardrock-Nummer "Da Damn Booze" widmen sich die Koblenzer Bitburger-Verehrer zum zweiten Mal der Huldigung des Hopfenblütentees. "Wish You Were Beer" (wie geil!!!) ist eine rotzig-speedige Granate mit Gute-Laune-Garantie und erstklassigem Singalong-Chorus (Album-Highlight Nummer zwei!).

Dass STEELPREACHER jedoch nicht nur bierisch-lustig können, sondern auch bei der Verhartwurstung der klassischen Metalklischees absolut sattelfest sind, beweist eindrucksvoll "The Iron Calls". Regelrecht episch tönt das dritte Album-Highlight aus den Boxen, und man (frau auch) will beim Hören dieser mitreißenden Klänge verdammt noch mal endlich wieder vor einer Fucking Stage mit anderen Gleichgesinnten Together Standen und die Fists in die Air Raisen!!! Selbiges gilt uneingeschränkt auch für den Mitgrölsong "Beer Meat'n Metal".

Auf das leicht MOTÖRHEAD-lastige "Rock For Your Life" folgt mit "Bad Things Never Last" ein weiterer Höhepunkt und einer meiner drei persönlichen Favoriten auf "Back From Hell". Der Track hat mich von der ersten Sekunde an gepackt und sich direkt in meine Gehörgänge eingebrannt. Und der zweite Fave folgt sogleich. Die epische True Metal Hymne "Titanfall" hätten auch MANOWAR in ihren Hochzeiten nicht besser hinbekommen! Ganz großes Kino! Das Trio komplett macht der stampfende Album-Closer "Masters Of The Underground". Ich liebe diese Hookline, die wie der Gesang ein wenig an die frühen Meisterwerke von MAJESTY erinnert. Ein episch-kraftvoller Abschluss für ein wirklich großartiges Album.

 

Fazit:

Würden Frau Bitburger und Herr True Metal (mit den Trauzeugen Speed und Rock'n'Roll) sich dazu entschließen, den unheiligen Bund der Ehe einzugehen, STEELPREACHER würden ohne Zweifel diese Trauung vornehmen! Die Rheinländer servieren dem Auditorium auf ihrem sechsten Album eine knappe Dreiviertelstunde lang ein wahres Heavy Metal Festmahl! Die Jungs konnten sich im Vergleich zum Vorgänger in allen Belangen steigern, vor allem Preacher hat gesangstechnisch richtig gut zugelegt. Und auch die Entscheidung, einen zweiten Axtschwinger ins Line-Up aufzunehmen, hat sich als absolut richtig erwiesen. 

In diesem Sinne bleibt mir nur noch zu wünschen, dass es in nicht mehr allzu ferner Zukunft endlich wieder möglich sein wird, die coolen Songs von "Back From Hell" live erleben zu können. Bis dahin hilft nur eins: Regler auf Position Elf, und dann Play und Auto-Repeat für diese großartige Scheibe drücken! 

 

 

 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (11.05.2021)

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