VULTURE - Dealin' Death

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VÖ: 21.05.2021
Bandinfo: VULTURE
Genre: Speed Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Erbarmungslos schwingt die gewaltige Sichel im Titelstück des neuen, dritten VULTURE Werkes, das so passend mit "Dealin' Death" überschrieben wurde. Wer bis dahin noch nicht kapiert hat, wie die Dortmunder Speed Metaller ausgerechnet bei Metal Blade Records, einem der größten Labels für harte Klänge, gelandet sind, wird es allerspätestens an dieser Stelle erfassen: VULTURE könnten mit ihrer Energie, die die Kernfusion in einem Atomkraftwerk vor Scham zur umgehenden Abkühlung treiben könnte, eine Großstadt mit Elektrizität versorgen - mit einem Album für ein ganzes Jahr. Während "Ghastly Waves & Battered Graves" immer noch in den Gehörgängern schallert, steht nun also das Debüt beim kalifornischen Kultlabel an und bei der Master-Abgabe dürfte sich dieses händereibend in diesem Signing bestätigt gefühlt haben.

Kurz und schmerzlos: VULTURE sind einfach unfassbar geil. Ich könnte Abermillionen Bands und Projekte aufzählen, die sich der alten Schule versprochen haben, diesen fünf Herren aber nicht ansatzweise das Wasser reichen können. VULTURE haben genau das richtige Maß an Songwritingtalent, Authentizität (inkl. selbstironisch-lässiger Note) und Power, dazu dann auch noch das richtige Näschen für den richtigen Sound, um einem vermeintlich archaischen Stil per Schocktherapie neues Leben einzuhauchen. Irgendwo in den 80ern zwischen vielen Größen des Thrash und Speed hängengeblieben, erlebt man auf dem rund 42-minütigen "Dealin' Death" ein wahnsinnig glaubwürdiges, aber auch enorm frisches Revival dieser Zeit.

"Danger Is Imminent" heißt es noch warnend im Intro, da platzen "Malicious Souls" und "Count Your Blessings" auch schon hyperaktiv in die heimische Stube, um diese ein wenig "umzugestalten". Ich wiederhole mich wahrscheinlich, aber diesen sorglosen Enthusiasmus hört man nicht allzu oft. Gleiches gilt auch für das intuitiv wirkende Songwriting, das mir beispielsweise mit "Gorgon" und seinem penetrant guten Refrain nicht nur einen Ohrwurm, sondern auch einen regelrechten Hit des Jahres implantiert hat. Auf und an "Dealin' Death" ist nichts, aber auch wirklich gar nichts aufgesetzt oder gar angeberisch. Hier funktionieren (Speed-)Hymnen wie "Star-Crossed City" oder "The Court Of Caligula" neben Highspeedsalven wie "Flee The Phantom" oder "Multitudes Of Terror", als wäre es genau so vorherbestimmt. Und der ständig in seinen Stimmlagen variierende L. Steeler am Mikrofon, den man sich wie eine Fusion aus Rob Halford, King Diamond, Patronengurt, Kutte und Teutonenthrash vorstellen kann, setzt dem Ganzen das Sahnehäubchen auf - und zwar nicht nur dann, wenn er "Below The Mausoleum" tobt.

Habe ich schon erwähnt, dass VULTURE unfassbar geil sind? Vermutlich. Und trotzdem möchte ich noch einmal bekräftigen, wie unfassbar geil VULTURE eigentlich sind. "Dealin' Death" kündet von einer aussichtsreichen Zukunft und ich bin wirklich gespannt, wohin der irre Ritt die Westfalen letztlich führen wird. Wir sind zwar erst im Mai, klar, aber ich lehne mich nicht zu weit über das Geländer, wenn ich behaupte, dass "Dealin' Death" am Ende des Jahres in meiner Rückschau bei den ganz großen Highlights auftauchen wird. 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Pascal Staub (19.05.2021)

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