LUCER - L.A. Collection

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VÖ: 30.07.2021
Bandinfo: LUCER
Genre: Rock
Label: Mighty Music
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Lineup  |  Trackliste

Ihr Versprechen “all Rock’n’Roll, no bullshit” halten die Dänen ein. Auf neun Tracks, die Inspiration von Bands wie AC/DC, AIRBOURNE und ROSE TATTOO ziehen, groovt das Quartett seinen Weg durch die Schallplatte. Denn ganz im klassischen Sinne ist das Werk nur auf Platte erhältlich oder eben auf den gängigen Streamingplattformen. Mit viel Liebe zur Gitarre und einer ran-an-den-Speck-Attitüde sind LUCER perfekt gerüstet für jeden Live-Auftritt. 

Eingestiegen wird mit einem Bass-Groove und der Aussicht auf eine doch sehr luxuriös anmutenden Flucht in einem Rolls Royce mit „Make My Getaway“ – ganz im Gegensatz zum sonst eher bodenständigen Sound und Material. Schließlich ist auch der Name LUCER an die Motorradmarke angelehnt. Generell scheint das Motto „erst grooven, dann rocken“ sich durch alle Tracks zu ziehen. Neben dreckigen Riffs gibt es selbstverständlich auch die altbekannten Beschwerden über die Frauen wie in „Stabbed In The Kneecap“, wo die besungene Dame als „coldblooded reptile in high heels“ beschrieben wird. Liebeskummer lässt sich eben doch am besten mit Musik verarbeiten – egal ob beim Hören oder selbst schreiben. Und natürlich darf auch die Liebeserklärung an den oldschool Rock’n’Roll nicht fehlen wie in „Vintage Rock’n’Roll“ – ob es Absicht ist, dass der Refrain bei nicht ganz so genauem Hinhören nach „big tits rock’n’roll“ klingt, bleibt offen und der eigenen Interpretation überlassen. 

Eins ist sicher, das Quartett bleibt dem Hard Rock treu und beschreibt die eigene Hingabe auch in einer der beiden Singles „Living On The Line“. Komme was wolle, egal ob Hölle oder Hochwasser. Die Energie, welche die Dänen in ihre Songs packen, ist jedenfalls nicht zu verachten und auch die Länge ist zu loben. Wer braucht schließlich Alben mit einer Stunde Laufzeit? Mit runden 37 Minuten treffen LUCER hier ins Schwarze. Doch bei der Rückbesinnung auf die eigenen Inspirationen kommt der eigene Klang ein wenig zu kurz. Denn so unterhaltsam LUCER auf ihrem dritten Album auch klingen, bleibt die Frage nach dem eigenen Sound etwas ungeklärt. 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Franziska Anson (23.07.2021)

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