BEFELL - Solitude

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VÖ: 20.05.2021
Bandinfo: BEFELL
Genre: Metalcore
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Bevor die Musik von BEFELL hier thematisiert werden soll, muss einmal ein großes Lob an die PR-Agentur rausgehen, die ein Promopaket zusammengestellt hat, das nahezu sämtliche Recherchearbeiten für obsolet erklärt. Einfach herrlich, befellt mir. Nun aber zum Trio aus Pennsylvania und deren EP mit dem Titel "Solitude".

Bei all dem Lob für die PR, aber BEFELL mit KILLSWITCH ENGAGE zu vergleichen, oder auch mit IN FLAMES und AS I LAY DYING ist ein wenig irreführend. Denn obschon die vorherige EP wirklich an diese Vorbilder erinnert, hat "Solitude" die Füße doch eher tief im Thrash-Teich. Schon der Einstiegssong "Ticks" ist eher was für Fans von ANNIHILATOR, als für Freunde von Core, oder Melodeath. Das soll gar kein Kritikpunkt sein, denn der Songs macht wirklich Spaß, auch wenn einzelne Riffs etwas deplatziert wirken und man noch merkt, dass Bruce Boring nicht ganz der Sänger ist, der er sein könnte. Der Gesang verbessert sich allerdings von Song zu Song und fällt auch keineswegs störend auf. Das Konzept der EP ist auf jeden Fall sofort klar. Schnell und aggressiv soll es sein! Das ist ein Befell!

Die im Einstiegssong gezeigten Riffs, werden im folgenden Track noch besser und eingängiger, absolute Kopfnicker-Action und das ab der ersten Sekunde. Zugegeben, die Lyrics sind recht trivial, sie greifen zwar aktuelle Themen auf, aber die Augen öffnen werden sie nicht. Das lenkt den Fokus umso mehr auf das wirklich gute Gitarrenspiel, welches gerade in der zweiten Hälfte des Songs zu begeistern weiß. Im Grunde könnte man alle Songs auch als Instrumental aufnehmen und es würde kaum etwas fehlen. Die Screams geben dem Ganzen trotzdem noch eine Spur mehr Aggressivität. 

Das Stück "Innocent Victims" startet behäbiger und böser als "Endless Cycle", wobei hier auch der wummernde Bass in den Vordergrund gestellt wird. Man kann schon fast von einer Note, naja einem Hauch, Black Metal sprechen. Die Riffs bleiben eingängig und lassen nicht nach. Es wird weniger thrashig und geht eher in Richtung der vorherigen EPs. BEFELL zeigen also auch bei nur vier Tracks, wie versatil ihr Spiel ist. Das sich immer weiter aufbauende Riff in Kombination mit dem wummernden Basslauf spannt einen Bogen, der sich nicht in einen Breakdown entlädt und hält den/die Hörer*in deswegen bei der Stange. 

Auch von dieser aufgebauten Spannung lebt der letzte Song der EP mit dem Titel "Smoke Signals". Die Riffs bleiben packend und der Gesang wird etwas routinierter als zuvor. Das Merkmal dieses Songs ist jedoch das Solo in der Mitte des Tracks, indem sich die Spannung dann entlädt. Und wie! Ein wirklich clever gemachtes Stück, dass sich dann auch in der zweiten Hälfte mehr Zeit nimmt und langsam ausfadet, um die EP gebührend zu beenden. 

BEFELL selbst schreiben, dass sie diese EP mit dem Gedanken produziert haben, live vollends mit Aggressivität und Tempo zu überzeugen und auch wenn das jetzt relativ unspektakulär klingt, kann man es den Jungs aus Pennsylvania nur wünschen. Sowohl die Vorgänger, als auch diese EP zeigen, was das Trio draufhat und sie haben noch viel vor sich, denn der Drummer Jace Ebersole ist gerade mal 18 Jahre alt. Wir freuen uns in jedem Fall auf mehr und vor allem auf mehr solcher Promopakete. 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Joel Feldkamp (22.05.2021)

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