CANDLEMASS - Green Valley Live

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VÖ: 07.05.2021
Bandinfo: Candlemass
Genre: Doom Metal
Label: Peaceville Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Trivia

Gerne kann man darüber streiten, ob BLACK SABBATH die erste Doom Band waren, zumindest bei einigen Songs, oder ST. VITUS oder PENTAGRAM oder wer auch immer, für mich sind die Erfinder der Langsamkeit CANDLEMASS. Als sie mit ihren ersten beiden Alben zuschlugen war ich grade in meiner "schneller, schneller, noch schneller"-Zeit und schwenkte erst Jahre später auf die Straße die CANDLEMASS entschleunigt befuhren ein. Und es waren nicht diese beiden Alben sondern "Chapter VI" (mit dem Übersong "Where The Runes Still Speak" - hymnischer Metal wie er besser nicht geht). Erst später kam es dann zur Konfrontation mit "Nightfall" und "Epicus Doomicus Metallicus" und zum Gefallen finden an dieser Art Musik.

2020 - die Welt röchelt eingedenk der Seuche. Live-Auftritte gibt es schon lange nicht mehr und auch CANDLEMASS sehen ein, dass ein Live-Stream die einzige Möglichkeit ist, mit den Fans wenn auch nur virtuell in Kontakt zu treten. Gesagt, getan, die "Green Valley Live"-Idee ward geboren und man fand sich zu den ersten Lockdown-Sessions in der Geschichte ein. Gespielt werden Songs von den ersten vier Alben der Band und mit "Astorolus" ein Stück vom letzten Album. Als Bonus gibt es den Soundcheck mit "Demon´s Gate". 

Soundmäßig passt da alles, kein Wunder, sind die Knaben doch schon ein paar Jahrzehnte, wenn auch in wechselnder Besetzung beieinander, das sind alles Profis, da gibt´s nix zu meckern. Selbst der Grand Seigneur des Doom, Leif Edling ist guter Dinge und schiebt mit seinen Bassläufen die Heavieness des Gehörten anständig an. Die Songs sind allesamt bekannt und mit viel Spielfreude dargebracht.

Was mir weniger gefallen hat ist die ADHS-Kameraführung. Nix gegen Handheld-Einstellungen, aber das gesamte Konzert besteht ausschließlich aus solchen Shots und das verwirrt mich zutiefst. Ich bin ein simpler Mensch der gerne Totalen sieht, klar, man kann auch einmal ein Auge genau filmen, aber ich würde, wenn es nicht so duster im Raum des Vortrags wäre, die Augenfarbe aller Protagonisten erkennen. Ach ja, ein wenig dunkel ist das Ganze auch.

Einen Kritikpunkt noch: WTF, wo ist "At The Gallows End"? Eines der bekanntesten und beliebtesten Lieder der Band taucht schlicht nicht auf dafür wird ein "Doom Jam" zelebriert. Eigenartige Entscheidung.

Insgesamt vom Vortrag, vom Sound und der Songqualität sehr gut, von der Kameraführung und der Ausleuchtung her weniger gut.

Kann man sich gerne holen, wenn man eine Band sehen und hören will, die gefühlt seit dem 14. Jahrhundert auf dem Höhepunkt ihres Schaffens und Könnens agiert.



Ohne Bewertung
Autor: Christian Wiederwald (01.06.2021)

WERBUNG: Hard
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