SADISTIK FOREST - Obscure Old Remains

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VÖ: 28.05.2021
Bandinfo: SADISTIK FOREST
Genre: Death Metal
Label: Transcending Obscurity
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Über druckvolle Produktionen und die damit verbundenen "Notwendigkeiten" im Soundengineering kann man ausufernd diskutieren, Dissertationen verfassen und womöglich einschlägigen Produzenten und Studios den Krieg erklären - doch die einzig wahre und höchstwahrscheinlich nicht existente Wahrheit wird man dadurch nicht ans Tageslicht fördern. Zeitgemäße Produktionen mögen einen gewissen Trend zum Pimpen und Hochzüchten offenbaren, doch SADISTIK FOREST aus Finnland überziehen dieses Faktum mit einem zähflüssigen Gemenge aus Blut, Harn und Diarrhö. Sie gehören zur raubeinigen Oldschoolfraktion, die dem neumodischen Sound unserer Tage behäbig Paroli bietet und zeigt, dass nicht alles, was alt ist, gleich zum alten Eisen gehört.

Auf dem Weg zu seinem vierten Langspieler macht das Quartett einen kurzen Zwischenstopp mit der EP "Obscure Old Remains". Vier Songs, neunzehn Minuten, ein Fazit: SADISTIK FOREST lassen hier und da einen kleinen Touch Innovation zu, rütteln aber nie ernsthaft an ihren Grundfesten. Die erste Hälfte der EP gibt mit den überwiegend hochtourigen Brechern "Mandragore" und "Barbarian" kompromisslos auf die Mütze und glänzt dabei insbesondere mit dem gekonnten Wechsel aus eingängigen Rabauken-Riffs und einem endzeitlichen Strudel aus dissonanten Leads.

Was die Sache mit dem Kleinholzmachen angeht, kann man den Finnen keine Verschleißerscheinungen o.ä. nachsagen, hier passt alles. Im Kontrast dazu sind "Nihil" und "Waters Black" in der Tendenz langsamer und doomiger gehalten, wobei die erstgenannte Nummer allerdings mit Ladehemmungen und einem verhältnismäßig lahmen Hauptriff zu kämpfen hat. Das zwischendurch einsetzende Geholze kann dabei zumindest einen Teil retten, doch ein Hit wird daraus nicht mehr. "Waters Black" wirkt dagegen um einiges konsistenter und auch im niedertourigen Bereich ausgegoren. So kann (und soll) man das machen!

Womit wir auch schon wieder am Ende der Geschichte wären. Bis auf den kleinen Aussetzer mit "Nihil" gibt es an "Obscure Old Remains" nicht viel zu meckern. Das Gebräu von SADISTIK FOREST ist nicht zu 100% zwingend, aber bis auf besagte Nummer stets hörenswert und unterhaltsam. Und wenn die nächste Platte eine ähnliche Trefferquote zu bieten hat, dann sollte man sie uns nicht allzu lange vorenthalten!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (27.05.2021)

WERBUNG: Hard
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