MYRONATH - Djevelkraft

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VÖ: 04.06.2021
Bandinfo: MYRONATH
Genre: Black Metal
Label: Hellstain Productions
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Es ist bekanntlich noch kein Meister aus der Hölle emporgestiegen, aber so mancher scheint stattdessen als Kind in den Teufelstrank gefallen zu sein - so auch der nach Schweden übergesiedelte Malteser Hellcommander Vargblod, der vor gut anderthalb Jahren sein neues Projekt MYRONATH an den Start gebracht hat. Nachdem dessen Debüt "Into The Qliphoth" in unserer hart bandagierten TÜV-Abnahme eine sehr galante Figur gemacht hat, stieg natürlich die Vorfreude auf den Nachfolger dieses überraschend runden Einstands. Und wie es scheint, war der Leibhaftige auch bei Album Nummer zwei persönlich involviert oder zumindest geistig anwesend, denn ein Titel wie "Djevelkraft" [zu Deutsch: Teufelskraft oder Teufelsmacht] kommt nicht von ungefähr...zumindest nicht in diesem Fall.

Das Lineup MYRONATHs mag sich in den letzten Monaten gewandelt haben, aber ein Hellcommander wie Vargblod trüge seinen Titel zu Unrecht, wenn er sein straffes Regiment nicht auch im Angesicht des Umbruchs adäquat zu führen wüsste. Viel mehr scheint es, dass der befehlshabende Kommandant ausgesprochen gut vernetzt ist und neben Mitgründer Bjarkan (vormals bekannt als "Malphas", BLOOD OF SERPENTS, RAGNAROK) nun auch Fredrik Andersson (NETHERBIRD, ex-AMON AMARTH) zu seiner Truppe zählen darf. Der zweite Gitarrist Myrkheim macht das Ensemble komplett. Musikalisch tut der Lineup-Umbau der Sache keinen Abbruch, denn Album Nummer zwei führt die Tradition seines Vorgängers logisch und konsequent fort und liefert schwedischen Black Metal par excellence (wer den rattengroßen Dämonen im Handschuhfach des Turboindoktrinators damals aufmerksam zugehört hat, weiß, was ich damit meine).

Grimmig, diabolisch und mit einem Hauch szenetypischer Perversion gespickt, unterzieht das geübte Schwedenkommando seine Hörer einem invertierten Exorzismus, der sich gewaschen hat. Dass sie sich dafür eine volle Stunde Zeit lassen, fällt nicht weiter ins Gewicht, denn die Kompositionen laufen runter wie Öl und haben überdies die ein oder andere Überraschung in petto. Interessanterweise folgen dabei die dicksten Kracher der Platte in der zweiten Hälfte, was allerdings nicht bedeuten soll, dass die erste Hälfte zu lahm geraten sei. "Evil Unchained", "She Who Dwells In Flames", "Radix Diaboli" bieten gestandenen Schweden-BM, der seinem Genre mit gewohnt durchdachtem Songwriting und gehobener Melodiösität alle Ehre macht. Die folgenden Tracks treten das Aggressionspedal etwas weiter durch, wobei "Till Aska" und besonders "The Sword Of Satan" eine ordentliche Portion "MARDUK bleifrei" getankt haben, ohne dabei abgekupfert zu wirken oder an kompositorischer Güte einzubüßen. Und wie angekündigt schmeißen MYRONATH in der zweiten Halbzeit noch mal fett Kohlen ins Fegefeuer und feuern mit "Evigt Mörker", "To Walk The Paths Of The Dead" und "Reborn In Chaos" einen regelrechten Ohrwurm-Hagelsturm auf die Meute ab - Chapeau!

Dass man sich für die Aufnahmen und Produktion erneut mit Devo Andersson (ex-MARDUK) zusammengetan hat, trägt in Form eines ausgewogenen und klaren Sounds Früchte. Gegenüber des produktionstechnisch ebenfalls gelungenen Erstwerks konnte man dabei noch eine kleine Schippe drauflegen und nebenbei den Bass etwas stärker in Szene setzen. Womit wir unterm Strich resümieren können, dass "Djevelkraft" in allen Disziplinen punkten kann und sich ebenso als Glücksgriff erweist wie das Debüt zuvor. Wenn also demnächst wieder jemand an der Haustür über Gott sprechen will, dann weiß ich, was ich auflegen werde.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (03.06.2021)

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