SOUL GRINDER - Lifeless Obsession​

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VÖ: 04.06.2021
Bandinfo: SOUL GRINDER
Genre: Death Metal
Label: MDD Records
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Lineup  |  Trackliste

Warum der Einstand der Bremer Schleiferei SOUL GRINDER zu den hörenswerten Releases im Death-Metal-Jahr 2020 gehörte, haben wir seinerzeit ausführlich dokumentiert. Dass auf dem soliden Fundament von "Chronicles Of Decay" Großes erwachsen könnte, war nicht unwahrscheinlich und gewissermaßen zu erwarten. Und wie bei einem guten Restaurant kehrt man auch im Falle einer potenzialträchtigen Band immer wieder gerne zurück, um die neuesten Kreationen auszukosten.

Im Hause SOUL GRINDER hört besagte Kreation auf den Namen "Lifeless Obsession​" und liefert fünf neue Tracks als Stärkung auf dem Weg zur zweiten Langrille. Der Überraschungseffekt hält sich - wie bei den meisten Bands der traditionell grunzenden Liga - in Grenzen, doch darf man vorweg betonen, dass die verdienten Pluspunkte, die ich vor wenigen Monaten dem Debütalbum andichtete, auch für die aktuelle EP gelten. Dazu zählt neben dem patenten Sound und den markanten Gitarren der bereits damals beschriebene Abwechslungsreichtum sowie die Abwesenheit stumpfer Fließband-OSDM-Kompositionen. Die Drums, die auf dem Erstwerk in infinitesimaler Weise von den Gitarren untergebuttert wurden, ballern auf "Lifeless Obsession​" wie die geile Hölle und erfreuen sich nebenbei eines angenehm scharfkantigen Klangs. Es mag sein, dass man bei drückenden Produktionen wie dieser nicht ganz umher kommt, der Schießbude ein wenig auf die Sprünge zu helfen, aber so wahr dies hier der Fall ist, hat die Band mit ihrem abermals selbstgezimmerten Sound gezeigt, dass gepimpte Drums nicht per se nach Plastik klingen müssen - Hut ab!

Die Songs selbst zählen nach wie vor zur gehobenen Kost des Genres und überzeugen besonders durch die bereits angedeutete Variabilität. "Night's Bane (Nyktophobia)" eröffnet standesgemäß in gehobenem Tempo und mit ratternden Blastbeats, wodurch die verstärken Kessel direkt auf den ersten Hörer adäquat in Szene gesetzt werden. Der weibliche Chorgesang verleiht dem Gepolter einen episch-sinistren Touch und erinnert dezent an das jüngste Werk ANTROPOMORPHIAs (gleiches gilt auch für "Terradeformer"). Der lässige Stampfer "Mercyful Fate" markiert den eingängigsten Track der Platte, der MOTÖRHEADs "Be My Baby" mit einer brüllenden Horde Spartaner zusammentreffen lässt und dazu ein respektables Ohrwurmpotenzial entfaltet. Oldschool-worshipping hin oder her - auf den Kopf gefallen sind sie nicht, diese Bremer.

Was "Lifeless Obsession​" angeht, kann man unterm Strich ein ebenso lobendes Fazit postulieren wie vergangenen Sommer für "Chronicles Of Decay". SOUL GRINDER verstehen ihr Handwerk und zimmern dem Hörer ein charakterstarkes Donnerwetter vor den Latz, das den Spagat zwischen alter Schule und Nonkonformismus mit Bravour meistert. Und so lange es den Herren gelingt, weiter auf dieser schlagkräftigen Welle zu reiten, brauchen sie sich um den Zuspruch der breiten Gemeinde keine Sorgen zu machen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (02.06.2021)

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