PAUL GILBERT - Werewolves Of Portland

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VÖ: 04.06.2021
Bandinfo: PAUL GILBERT
Genre: Hard Rock
Label: Mascot Label Group - Rough Trade
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

"Halleluja" - so und nicht anders beginnt PAUL GILBERTs mittlerweile sechzehntes (!) Solo-Werk. Der aus Händels "Messias" stammende Part wird hier mit herrlich QUEEN/BRIAN MAY-lastigen Parts dargeboten ehe das Stück  in Richtung WHOs "Won't Get Fooled Again" abbiegt um sich dann zu einem melodisch-rockenden Ohrwurm zu entwickeln. Grandios!

Auf "Werewolves Of Portland" wird uns rein instrumentale Kost geboten. Im Fall PAUL GILBERT fällt  der fehlende Gesang aber absolut nicht negativ ins Gewicht, da die Gesangsmelodie quasi von der Gitarre übernommen wird und wir hier nicht nur ein fünfzigminütiges Geschredder über uns ergehen lassen müssen. Im Gegenteil, die Scheibe ist abwechslungsreicher als so manches Werk mit eindimensionalen Vocals.

Der Meister hat hier alle Instrumente selbst eingetütet, also ein wörtlich zu nehmendes "Solo"-Werk. Über die Fähigkeiten des Herrn GILBERT an der Gitarre noch Worte zu verlieren kann man sich getrost schenken. Er gehört zweifelsohne zu der Kategorie Axemen, die einen einzigartigen Sound haben und die man fast sofort erkennt, wenn sie ihr Instrument anstöpseln.

Im Video zum abgedrehten Titelsong ist Paule zusammen mit seinem sechjährigen Sohn Marlon zu erkennen, der ihn an den Drums, der Gitarre und beim Tanzen unterstützt. Der Song besteht an sich aus zwei verschiedenen Titeln, wovon einer ursprünglich "Dad Metal" hieß. RUSH-Fans dürften hier bei genauem Hinhören ein paar offensichtliche Zitate finden.

                         

Die Songtitel an sich sind bereits recht witzig, sei es nun das groovige "Professorship At The Leningrad Conservatory" oder das ultramelodiöse "Argument About Pie", das auch wieder an ein paar Stellen an beste RUSH-Instrumentals erinnert.

                        

"Meaningful" ist balladesk gehalten und könnte mit ERIC MARTIN-Vocals durchaus auch auf einer MR. BIG-Scheibe stehen. 

"I Wanna Cry (Even Though I Ain't Sad)" enthält jazzige Parts, schwenkt um auf Prog bevor es dann in GARY-MOORE'sche Bluesgefilde geht. Manche Platten haben in ihrer Gesamtheit nicht so viel Abwechslung. Hier gibt es das Ganze bereits in einem einzigen Song.

Der letzte Song, episch " (You Would Not Be Able to Handle) What I Handle Everyday" betitelt, bedient sich nochmals Blueszitaten a'la GARY MOORE.

Die gesamte Disc dürfte bei Gitarrenfetischisten für Jubelstürme sorgen. Aber nicht nur die sollten reinhören. Ein abwechslungsreicheres Instrumental-Album wird man derzeit nicht finden. Einzig "Problem-Solving People" will mir nicht ganz so zusagen, aber "Werewolves in Portland" liefert insgesamt eine hochwertige Anzahl an Songs, die ins Schwarze treffen.

Well done Mr. Gilbert!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (04.06.2021)

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