STESY - Blaze

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VÖ: 06.02.2021
Bandinfo: STESY
Genre: Metalcore
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Der Wal in der Bar hat nun ein Album. 

Nun ja, erstens hat er dieses Album schon etwas länger, zweitens schieben wir den Wal mal mit vereinten Kräften etwas beiseite...oder lassen ihn einfach auf dem betreffenden Track "Sapphire" liegen und beschäftigen uns mit den anderen Neon-Corigen Songs, die allesamt veredelt wurden. Und nein, schon wieder nicht, wie ihr denkt. Die Goldenen Schallplatten und Co. lassen noch auf sich warten, aber es geht um EDELsteine (oder zumindest Kristalle - wie auch immer man das bunte Steinchenzeugs nennt). Da Diamanten ja bekanntlich die besten Freunde...  Ach, lassen wir das: Jeder Song trägt den funkelnden Namen eines Edelsteins, was den Albumtitel "Blaze" gleich noch mal eine tragende Querverbindung verleiht. Jetzt, wo wir uns mit den Rahmenbedingungen auseinandergesetzt haben, wird es aber auch Zeit für den Inhalt, die Musik nämlich. Immerhin hat sich unsereins nun mal hier vereint, um sich dem Kern des Wals...nein, Pudels zu widmen. 

Auf die Fahne geschrieben haben sich die Österreicher die Mischung aus kantigen Riffs, bunten Melodien und aggressiven Vocals, die im Zusammenspiel einiges an Partystimmung mit sich bringen. Definitiv auf Feierlaune getrimmt startet man mit "Diamond" nämlich direkt mit demselben Baumuster in die Scheibe. Dominiert von einem melodischen Riff und mitreißenden "Hey-Ho"-Lyrics im Refrain machen STESY schon mal eines klar: Feiern steht in den Prioritäten ganz weit oben. Das Label Trancecore manifestiert sich dann spätestens bei "Ruby" mit den dominierenden Melodielinien, die der ganzen Neon-Trance-Attitüde noch die richtige Politur geben. Das schon vorab ausgekoppelte "Sapphire" geht mit Wucht, Melodie und gut gesetzter Rhythmik ohnehin schon seit einer Weile quer durch Wand und Wal, während "Amber" dann straighter, direkter, dampfender weitertreibt, den entsprechenden verglitzernden Keyboard-Anteil hauptsächlich auf den Refrain verschiebt. "Emerald" startet dann fast schon mit domestizierteren Elektro-Pop-Anleihen, ehe der Song in gewohnter rhythmisch punktierter und aggressiver Gangart weitertreibt. "Onyx" haut noch einmal eine ordentliche Wagenladung Agression und Direktheit drauf, nimmt sich in Phasen im Tempo zurück, stampft dafür alles ungefragt in den Boden, was gerade im Wege steht.

Als wohl melodischster und "einhornigster" Song outet sich schließlich "Topaz" mit dem verspielten, regenbogengleichen Melodieteppich, der sich über den Track spannt. Die Melo-Death-Allüren werden mit "Cobalt" noch kurz angekratzt, ehe das schimmernd-fulminante Finale durch "Amethyst" und mit einem schmeichelnden Intro eingeleitet wird, um dann unvermittelt-brachial in bekannte Schienen durchzubrechen. Dennoch wird durch gut platzierte Wechsel der Track fast schon ein Scheibchen melancholischer, verträumter im Refrain gehalten wird, während der Rest vor Abrissbirne strotzt. (Und wer sich dann noch an den Bonus Track wagt, wird Blümchens "Boomerang" auf augenkrebs-lastige Weise als Spaßsong wiedererkennen - da gibts den Augenkrebs sogar beim Zuhören!)

STESY können mit "Blaze" vor allem eines: Vom ersten bis zum letzten Ton unterhalten. Zwar wiederholt sich der Aufbau der Songs immer mal wieder, bietet dahingehend nicht viel Neues, dennoch entwickelt "Blaze" keine Längen, bleibt immer spannend und besticht mitunter durch die gut eingesetzten melodischen Linien, die sehr taktisch punktierte Rhythmik und die aggressiven Vocals als Gegenpart zu den neon-lastigen Keyboards. Definitiv haben STESY mit der Scheibe aber eines geschafft: Den Fokus nicht auf "Ich bin deine Abrissbirne und du lässt dich gefälligst vernichten" zu legen, sondern auf gutem Niveau zu unterhalten, den Spaßfaktor in höchste Höhen zu treiben und zu zeigen, dass Feiern auch zwischen Core und Trance und Neon großartig funktioniert. 

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (27.05.2021)

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