INTERLOPER - Search Party

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VÖ: 11.06.2021
Bandinfo: INTERLOPER
Genre: Metalcore
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste

INTERLOPER ist eine aus Kalifornien stammende Band, die 2014 zusammenfand und ihrem ersten Longplayer den Titel „Search Party“ zueignete.

Bei „Pathkeeper“ geht es augenblicklich zur Sache, man weiß nach drei Sekunden, woran man hier ist. Was aber ebenfalls sofort ins Ohr einfährt: Es ist ein sehr gitarrenlastiges Album, das sehr von Seiten des Schlagzeugs durchgeknüppelt wird und das ist gut so. Für diese Art von Musik ist der Sound etwas zu porös, so in Richtung Single-Coil-Pickup. Dieser Song verlangt nach fetten Humbuckern a lá, Dimebag Dime von Dean Guitars. Der Vergleich zu anderen Veröffentlichungen des Jahres A.D. 2021 lässt den Schluss zu, dass fetter Sound gerade out ist.

Das zweigeteilte Intro von „Bound to Fall“ ist sehr gut gelungen, vor allem überrascht, dass abrupt Gesang in dieser Härte intoniert. Ab Minute 2:30 nach dem Intro wird es wieder spannend, weil hier cleaner bzw. gescreamter Gesang abwechselnd an die Ohren der Rezipienten branden, was auf einem guten klanglichen Untergrund von statten geht.

Na ja, wenn über das Licht des Mondes ein Lied geschrieben wird, sollte die Sache etwas ruhiger angegangen werden, außer Werwölfe sind inkludiert, darum ist mir „Moonlight“ zu viel des Guten. Es kehrt keine Ruhe ein, eher das Gegenteil. Als würde ein Werwolf blutdürstend umherstreifen, der auf jeden Impuls reagiert.

Gut, das Verhältnis von ruhigen Passagen zu brachialem Metal ist wie das Verhältnis von cleanem zu gescreamten Gesang bei „Dreamlands“ nahezu ausgewogen.

Bei „Drift“ gilt Ähnliches wie für „Dreamlands“. Klitzekleine Kritik, wenn der Gesang von gescreamt auf clean schwenkt, würde es meiner Meinung dem Lied guttun, wenn die musikalische Ausformung nachzieht, das heißt, ruhigere Gefilde umschifft würden.



Search Party“: Gutes Intro. Strophe und Refrain klingen ein wenig gestresst, unrund, es passiert zu viel auf einmal, so als würden sich Schlagzeug und Gitarren vor einander hertreiben. Darum ist die Bridge nach etwa 1:40 Minuten echt eine Wohltat, um ein wenig zu verschnaufen und sie bleibt nicht die einzige. By The Way: Könnte nicht sagen, das Video verstanden zu haben aber ich mag es. Was macht der Fuchs hier? Wofür steht er?


Wishing Well“: Hier ist es ebenfalls das Schlagzeug, das mit thrashmetallastigen Kaskaden die anderen antreibt, als müsste der Iron Man auf Hawaii gewonnen werden. Die eine oder andere Stelle, bei der man es ruhiger angeht, hätte nicht geschadet, aber wie so vieles ist das der subjektive Eindruck des Rezipienten. 

Idle Years“: Dieser Song schließt nahtlos an und ich erkläre wieder ,um ein rundes Ganzes ergeben zu können, Yin Yang, müssten ausgewogene Anteile verschmolzen werden, die die Eigenschaften der Legierung determinieren. Also, um den Härtegrad zu erhöhen, ist der richtige Kohlenstoffanteil notwendig. Korrosionsbeständigkeit, Zähigkeit, etc. ist dabei aber noch nicht gegeben, dazu bedarf es anderer Ingredienzien. 

Cheshire“: Hier ist der Duktus ebenfalls ein sehr verworrener, ruheloser. Um endlich ein Video-Spiel einbringen zu können: Es ist, als wäre die „Wilde Jagd“ aus „The Witcher“ (Es ist ein altes Volksmärchen europäischer Erzähltradition.) der Zauberin Ciri dicht auf den Fersen.

Baring Teeth“ Ja, der Lied-Titel passt exakt zur Musik. Von Anfang bis Ende wird hier nicht Süßholz geraspelt, sondern mit geschärfter Spaltaxt eine Menge Holz verarbeitet, etwas zu viel womöglich. Das Album „Search Party“ erinnert mich ein wenig an das kürzlich besprochene von THE VERY END. Hier kommt es vermehrt zu thrashmetalartigen Ausformungen, was ja fein portioniert durchaus Sinn ergibt. Die Dosis macht das Gift.

Rio“ ist das überraschendste Lied dieser Platte, handelt es sich dabei um ein eine Platte bzw. Lied von DURAN DURAN. Rio ist der Name einer Frau, eines Flusses, einer Stadt mit Strandbad. Ich nehme an, es existiert eine Verknüpfung zwischen dem Album-Titel, der amerikanischen Serie und dem interessanten Cover von „Search Party“, wobei, es ausschlaggebend ist, um diese Kombination verlinken zu können, was die Frau auf dem Cover in den Stein ritzt (Es ist das Band-Logo) und warum sie dort verweilt. Hinweise diesbezüglich sind gerne gesehen.

Fazit: Hier wird gerockt, bis das Licht des Mondes silberne Fischchen auf die aufgewühlte Meeresoberfläche zaubert. Kleiner Wunsch an Mani, dem Gott des Mondes nordischer Mythologie: Möge die Band eins mit den Gezeiten werden.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Richard Kölldorfer (04.06.2021)

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