ANCIENT WISDOM - A Celebration In Honor Of Death

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VÖ: 04.06.2021
Bandinfo: ANCIENT WISDOM
Genre: Atmospheric Black Metal
Label: Avantgarde Music
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Lineup  |  Trackliste

Das schwedische Soloprojekt (nicht zu verwechseln mit den ebenfalls sehr genialen texanischen Doomrockern) existiert mittlerweile auch schon seit 28 Jahren. Bislang sind ANCIENT WISDOM in den Stormbringer-Archiven noch nicht vertreten. Somit ist das fünfte Studioalbum ein perfekter Zeitpunkt unserer Leserschaft die atmosphärischen Düsterheimer mal etwas näher vorzustellen.

ANCIENT WISDOM entstand 1993 als Projekt des BEWITCHED Gitarristen Markus "Vargher" Norman unter dem Namen "ANCIENT", der aber aufgrund der Gleichheit mit den norwegischen Genrekollegen um den Zusatz "WISDOM" erweitert werden musste. Das Debütalbum "For Snow Covered The Northland" wurde bereits im Folgejahr der Bandgründung aufgenommen. Allerdings erschien die Scheibe aufgrund verschiedener Probleme erst im Sommer 1996. Das Debüt war das einzige Album der ANCIENT WISDOM Diskografie, das mit mehreren Mitgliedern eingespielt wurde. Neben Vargher waren hier noch Fredrik Jakobsson (THRONE OF AHAZ) am Bass, Ulf Andersson (NOCTURNAL RITES) an den Drums und Andreas Nilsson (NAGLFAR) an der Rhythmus-Axt beteiligt. "For Snow Covered The Northland" war ein großartiges Erstwerk, das den damaligen skandinavischen Black Metal mit melancholischen Melodien und auch ersten Versatzstücken der typischen Band-Trademarks, die spätestens auf dem Zweitling "The Calling" (1997) verstärkt auftraten: Schleppender, regelrecht doomiger Sound mit dezenten Gothic Einsprengseln. Seit "The Calling" ist ANCIENT WISDOM übrigens ein reines Soloprojekt.

Aufgrund der enormen Umtriebigkeit von Vargher, was die Beteiligung an verschiedenen Alben und Bands betraf, wurde es erst einmal länger ruhig um ANCIENT WISDOM. Erst 2002 gab es wieder ein Lebenzeichen in Form des dritten Albums "...and the Physical Shape of Light Bled", und vier Jahre später erschien "Cometh Doom, Cometh Death". Beide Scheiben führten die hohe Qualität der Frühwerke weiter. Allerdings legte Vargher ANCIENT WISDOM 2004 dann leider für unbestimmte Zeit auf Eis, um sich intensiver der Arbeit mit NAGLFAR zu widmen, denen er seit 2001 angehört.

Doch nun, nach satten 17 Jahren Pause ist ANCIENT WISDOM wieder aus dem Dornröschenschlaf erwacht, und Vargher präsentiert uns Album Nummer fünf: "A Celebration In Honor Of Death".

Die neue Langrille beginnt äußerst atmosphärisch und mit sakralem Bombast. Ob es sich bei "Haec Est Mors Secunda" um eine überlange Einleitung handelt oder bereits um den ersten vollwertigen (in jedem Fall aber instrumentalen) Track handelt, darf die Hörerschaft für sich selbst entscheiden. Ich werte die Nummer als opulentes Intro, das bestens auf die folgenden Songs einstimmt.

Mit dem zweiten Stück "Breaking The Circle Of Life" stellt Vargher unmissverständlich klar, dass er in Bezug auf die ANCIENT WISDOM Traditionen nichts verlernt hat. Düster-epische, zuweilen regelrecht bedrohliche schleppende Klänge und äußerst bemerkenswerte Shouts irgendwo zwischen Knurren, Krächzen und dreckigem Klargesang machen "Breaking The Circle Of Life" zu einem weiteren hervorragenden Stück Musik im Klangkosmos der antiken Weisheit. Gleiches gilt für " Architect Of Death - Laudamus Te" und "The Coronation", wobei letzterer Titel geschwindigkeitstechnisch auch immer wieder zwischendurch die Zügel anzieht.

In "Those Who Do Not Exist" schließlich weicht die Düsternis und macht Platz für die tieftraurige Melancholie, was einen regelrechten Flashback zurück zu früheren ANCIENT WISDOM Meisterwerken wie "As The Stone Of Ancient Wisdom" ("The Calling") oder "In The Land Of The Crimson Moon" ("For Snow Covered The Northland") auslöst. "And God Saw" erinnert an die progressive Finsternis von LIMBONIC ART, nur ohne deren Raserei.

Der Albumcloser "Towards Your Destruction" greift noch einmal sämtliche ANCIENT WISDOM Trademarks auf und stellt einen achtminütigen, atmosphärisch dichten, abermals phasenweise sehr sakral anmutenden, überaus würdigen Album-Abschluss dar.

Fazit:

17 Jahre hat Vargher seine Fans warten lassen. Doch die lange Durststrecke hat sich ausgezahlt. Die Hörerschaft erwartet ein klassisches ANCIENT WISDOM mit allen Details, die man im Verlauf der ersten vier Longplayer liebgewonnen hat. "A Celebration In Honor Of Death" ist streckenweise sehr düster geworden, doch es finden sich auch die melancholisch-doomigen Klänge wieder. Varghers Gesang ist variabler denn je und die Produktion und der Sound geben die Stimmung des Albums perfekt wieder. Sehr gelungenes Comeback! 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (07.06.2021)

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