SOJOURNER - Perennial

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VÖ: 04.06.2021
Bandinfo: SOJOURNER
Genre: Atmospheric Black Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

Eines muss man SOJOURNER lassen: Egal ob nun von Sebastian Luca oder Jordan Grimmer - mit den bisherigen Artworks könnte man nicht nur jedes Zimmer dieser Welt aufhübschen, nein, sie machen auch stets Lust auf den episch-atmosphärischen Black Metal, für den das international aufgestellte Sextett seit 2015 steht. Das gilt - natürlich - auch wieder bei der neuen EP "Perennial", doch die Hintergründe dazu sind eher trauriger Natur, denn innerhalb der Band gab es seit dem letzten Album "Premonitions" mehrere einschneidende Personalentscheidungen, darunter den zu kompensierenden Abgang von Sängerin, Gitarristin und Flötistin Chloe Bray, die einen großen Anteil der Bandidentität definiert hat. Nachfolgerin ist die Italienerin Lucia Amelia Emmanueli, die auf "Perennial" ihren Einstand feiert und gemeinsam mit SOJOURNER einen ersten Einblick, in welche Richtung es zukünftig gehen soll, gewährt.

Die gute Nachricht ist, dass sich am grundsätzlichen Stil wenig bis nichts verändert hat, weswegen man mit "Perennial" und "Relics Of The Natural Realm", dem Sequel zur Debüt-Single "Heritage of the Natural Realm", wenig falsch machen kann. Noch immer bilden sich wunderschöne Panoramen vor dem geistigen Auge, wenn SOJOURNER ihre Melodien mit unterschiedlichen Gesängen verweben, doch die schlechte Nachricht lässt sich aus der merkwürdigen Abmischung dieser ableiten: Während Emilio Crespos Gekeife viel zu präsent in den Vordergrund platziert wurde, geht Lucia Amelia Emmanueli im Mix regelmäßig unter, obwohl ihre Stimme ästhetisch betrachtet sehr gut zum Stil der Band passt. Auf zukünftigen Veröffentlichungen des „neuen Kapitels“, wie es der Pressetext formuliert, sollte diesbezüglich nachgebessert werden. Ansonsten bleibt natürlich noch zu hoffen, dass SOJOURNER in den kommenden Jahren nicht zu einer Besetzungskarussell-Band verkommen, in der sich alles und jeder ausschließlich dem Erfolg unterzuordnen hat.

Eine Sache, die allerdings nichts mit SOJOURNER zu tun hat, muss ich an dieser Stelle noch gesondert loswerden: Napalm Records sollte unbedingt mal wieder auf seine eigene Preispolitik klarkommen. Geschlagene 16 Euro (!) für eine Schallplatte mit zwei Songs und einer Spielzeit von roundabout zwölf Minuten Spielzeit sind - zumindest meiner Meinung nach - eine bodenlose Frechheit. Ich finde es wunderbar, dass in unserer Szene noch Wert auf physische Tonträger gelegt wird, doch das durch einige Labels und Vertriebe praktizierte, schamlose Ausnutzen dieses Umstandes darf dabei nicht unerwähnt bleiben.



Ohne Bewertung
Autor: Pascal Staub (03.06.2021)

WERBUNG: Hard
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