FEAR FACTORY - Aggression Continuum

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VÖ: 18.06.2021
Bandinfo: FEAR FACTORY
Genre: Industrial Metal
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste

FEAR FACTORY - ein Name, der den meisten Fans härterer Töne wohl geläufig sein dürfte. Zu stark haben die Jungs aus L.A. seit ihrer Gründung vor (mittlerweile) Jahrzehnten die Metal-Szene geprägt und mit ihrem unverwechselbaren Industrial-Sound so manch tiefe Spur in den Trommelfellen von Fans rund um den Erdball hinterlassen. FEAR FACTORY - das steht aber auch für Zerwürfnisse, Streitereien, Beleidigungen, etc. Ein ständiges Auf und Ab prägte die Geschichte jener Band, die vor allem zu Beginn Genre Meilensteine wie das Album "Demanufacture" veröffentlichte. So stand "Aggression Continuum" nicht nur einmal auf der Kippe und noch vor der Veröffentlichung suchte Sänger Burton C. Bell das Weite. Gut, dass seine Gesangsspuren da schon lange im Kasten waren und Fans sich trotz aller Turbulenzen nun über ein neues Werk freuen dürfen. 

Neben den Vocals ist es vor allem Dino Cazares der mit seinen Riffs den Trademark-Sound maßgeblich beeinflusst hat und nun sozusagen den Letzten Mohikaner der Ur-Band gibt. Unterstützt wird er dabei von Toni Campos am Bass und Mike Heller hinter den Kesseln. 

Eröffnet wird das zehn Tracks umfassende Machwerk mit "Recode" und es vergeht nicht viel Zeit, eh man sich zuhause fühlt. Ein epischer Einstieg, fast schon orchestral, ehe einem die typischen Vocals um die Ohren fliegen. Tief und kraftvoll in den Strophen, melodisch und eingängig im Refrain. Wo FEAR FACTORY drauf steht, ist auch FEAR FACTORY drin. Sie besinnen sich auf alte Stärken und machen keine Gefangenen. Die Tracks schieben gnadenlos nach vorn und beim Drumming zweifelt man phasenweise, ob da wirklich ein Mensch dahinter sitzt. Mike Heller prügelt sich mit einer Präzision die Seele aus dem Leib, dass es nur so eine Freude ist. "Aggression Continuum" startet wie ein Sci-Fi-Soundtrack und spielt gekonnt mit dem Gegensatz von breiten Synth-Teppichen und den Cazares-typischen Stakkato-Riffs, die jedem ins Gebein fahren. "Collapse" dagegen ist ein Groove-Monster vor dem Herrn. Als hätten sich PANTERA mal kurz unter die Decke dazu gekuschelt. Meistens bewegt man sich auf bekanntem Terrain. Wer Experimentierfreude und neue musikalische Wege sucht ist hier fehl am Platz. Da ist purer FF-Sound, wie man ihn kennt. Man liegt immer noch im Clinch mit den Maschinen in einer dystopischen Zukunft und liefert den Sound dazu. Alle Nummern bedienen ähnlich Hirnregionen. Trotzdem schafft man es über knappe 50 Minuten, die Spannung aufrecht zu erhalten und vermeidet es, Langeweile aufkommen zu lassen.  

Fazit: die zehn Nummern machen durch die Bank Spaß und Fans der früheren Werke haben sicher ihre Freude mit "Aggression Continuum". Große Weiterentwicklungen sind nicht zu erkennen, aber nach der Vorgeschichte muss man als Freund des FF-Sounds froh sein überhaupt ein Album in Händen zu halten. Wenn es dann auch noch so gut ausfällt, umso besser.

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Hans Unteregger (17.06.2021)

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