THE ABSENCE - Coffinized

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VÖ: 25.06.2021
Bandinfo: THE ABSENCE
Genre: Melodic Death Metal
Label: M-Theory Audio
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Lineup  |  Trackliste

Melodic-Death-Emulatoren gibt es mittlerweile zuhauf, allerdings war bisher nur bei den wenigsten die Software so ergiebig wie bei THE ABSENCE, die nun auch schon seit 19 Jahren durch die schwedische alte Schule poltern. Wenngleich zwischen "Enemy Unbound" (2010) und "A Gift For The Obsessed" (2018) nicht allzu viel Musikalisches passiert ist und man stattdessen lange auf der Suche nach einer geeigneten Formation für die Zukunft war, waren die Amerikaner auf ihren wenigen Veröffentlichungen stets verlässlich unterwegs, was bezüglich des neuen Albums "Coffinized" natürlich Mut machte.

Die Liaison mit Joey Concepcion, der auf besagtem "A Gift For The Obsessed" an der zweiten Gitarre hexte, war zwar nicht von allzu langer Dauer, doch THE ABSENCE scheinen mit dem aktuellen Quartett trotzdem endlich ihren Kern gefunden zu haben; zumal sich mit Taylor Nordberg und Jeramie Kling zwei Freunde für's Leben gefunden haben, denn die sind mittlerweile in unzähligen Oldschool-Projekten zu finden und haben jüngst zusammen mit OSDM-Legende Terry Butler unter dem Namen INHUMAN CONDITION das beste MASSACRE-Material seit "From Beyond" veröffentlicht. Fun fact: Eigentlich hat man den Stoff für ebenjene MASSACRE geschrieben, doch den peinlichen Zankäpfeln Lee und Borders war diese Herangehensweise wohl ein wenig zu forsch, weswegen diese kürzlich in eine Reihe neuer, namhafter Lebenserhaltungsmaßnahmen für ihren Hirntod-Patienten investiert haben. 

Doch zurück zu dem Gedanken mit der gefundenen Stammformation, denn der fasst "Coffinized" eigentlich ideal zusammen, weil THE ABSENCE darauf eben wie ein eingespieltes Team agieren. Auch weiterhin dürfte vor allem bei ARCH ENEMY Fans der Alben bis einschließlich "Burning Bridges" vor Freude die Pumpe rasen, insbesondere in Songs wie "Radiant Devastation", "Future Terminal" oder "Faith In Uncreation", in denen Nordberg quasi durchgehend die Harmonien singen lässt. Andere Beispiele, also "Cathedral Dawn", "Discordia" oder auch "Treacherous", duften hingegen eher nach "Slaughter Of The Soul". Man findet hier als Connaisseur dieser legendären Phase nicht einen einzigen Grund zur Enttäuschung.

Klar, besonders originell oder gar wegweisend ist das nicht. Will es aber auch gar nicht sein und wäre es wohl selbst dann nicht, wenn man es denn wirklich wollte. Trotzdem erfordert ein derart authentisches Album wie "Coffinized" aber auch das nötige Geschick und Songwriting, das für viele Bands nunmal unerreichbar blieb. THE ABSENCE wissen, was sie da tun und tun es mit voller Leidenschaft. Sollte nun auch noch das Line-Up stabil bleiben, dürften in Zukunft noch einige durch und durch coole Göteborg- und Halmstad-Huldigungen drin sein.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (21.06.2021)

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