Angra - Aurora Consurgens

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VÖ: 27.10.2006
Bandinfo: ANGRA
Genre: Power Metal
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

Als "echten Klassiker seines Genres, Meilenstein und Meisterwerk" preist das Label SPV den neuesten Wurf der brasilianischen Power Metal Institution ANGRA an. Im Anbetracht des zwei Jahre zuvor erschienenen "Temple Of Shadows" nur allzu logisch, wenngleich eine Steigerung dieser Ausnahmeplatte nur schwer möglich sein dürfte.

ANGRA haben sich auch wirklich bemüht, den "Schattentempel" zu toppen. Thematisch an die gleichnamigen Schriften von Thomas von Aquin angelehnt, dreht sich "Aurora Consurgens" über gegensätzliche Geisteszustände, Schizophernie, Depressionen und Selbstmordtendenzen. Ähnlich komplex wie die Thematik an sich präsentiert sich auch die Musik des Albums. Gleich der Opener "The Course Of Nature" kracht mit überraschend harten, fast schon thrashigen Riffs aus den Boxen. Zugleich fällt positiv auf: die etwas lasche Produktion des Vorgängers gehört der Vergangenheit an, diesmal wurde Dennis Ward seinem Ruf als erstklassiger Mann hinter den Reglern wieder gerecht. Erstklassig sind auf diesem Album einmal mehr auch die Vocals von Edu Falaschi. Dessen Vielseitigkeit leistet einen grossen Beitrag zum Abwechslungsreichtum der einzelnen Songs, so schafft er beispielsweise das Kunststück, bei "Breaking Ties" stellenweise an Steven Taylor (AEROSMITH) und bei der Ballade "Abandoned Fate" an Chad Kroeger (NICKELBACK) zu erinnern, ohne die musikalische Ausrichtung KAMELOT´s in Frage zu stellen. Doch auch das Songmaterial ist alles andere als leichte Kost. Obwohl beinahe alle Songs über eine prägnante Hookline verfügen, dauert es einige Durchläufe, bis sie sich in den Gehirnwindungen einnisten. Eingängigkeit sucht man hier vergeblich. Gerade diese Tatsache dürfte den Brasilianern auch auf einer genialen Platte, wie es "Aurora Consurgens" zweifellos geworden ist, einen dicken Strich durch die Rechnung machen, in Europa endlich den Erfolg einzufahren, den sie sich eigentlich schon längst verdient hätten. Diejenigen, die sich die Zeit nehmen, sich mit diesem Album zu beschäftigen, werden mit wirklich interessantem Stoff versorgt. Der Begriff "Meilenstein" erscheint mir aber dennoch etwas weit hergeholt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: adl (03.11.2006)

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