MISFIRE - Sympathy For The Ignorant

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VÖ: 01.05.2021
Bandinfo: MISFIRE
Genre: Thrash Metal
Label: Unbekannt
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Lineup  |  Trackliste

Die Leute hinter MISFIRE sind keine Unbekannten in der Thrash Metalszene, sondern alte Hasen im Musikbusiness. Nun ja, alt ist relativ, Johnson (Gitarre) und Nicademus (Schlagzeug) starteten 2004 die erste Band (DIAMOND PLATE) im Alter von dreizehn, vierzehn Jahren. Die damalige Band ist leider im Sand verlaufen und heuer wollen sie mit ihrer neuen Formation MISFIRE Metalheads Feuer unterm Hintern machen. Wieselburger schnappen, hinsetzen: Es ist Zeit für fucking Thrash.

Vom Debüt „Sympathy For The Ignorant” sind einige Songs als EP (“Red Flag”, “L.Y.S.”,  „Death Trap“, ), zudem auch eine Single („Sympathy For The Ignorant“, 2019) bereits released worden. Keine Bange, es gibt genügend neues Material, das Moshpitpotenzial hat.
Musikalisch ist die Band im Thrash Metal beheimatet, wobei Hardcore und Death Metal einen Beitrag zu ihrem Stil leisten. Die Einflüsse kann man bei Gitarrenriffs und dem Gesang raushören und sind im Thrash Metalbereich keine Seltenheit.
MISFIRE haben ein Händchen für aggressive Vocals, die sich Coogan (Bass, Gesang) und Johnson (Gitarren, Gesang) teilen. Ein Hin-und-her-Geschrei mit langatmigen Shouts der feinen Sorte, die Metalheads ein Schleudertrauma garantieren.

Instrumental betrachtet herrscht eine unglaubliche Dynamik zwischen den Dreien, die keine langweiligen Durchhänger erlaubt. „Red Flag“ transportiert solch eine Aggro-Energie, dass man am liebsten sein Bier ext und sich in den Moshpit schmeißen will. Richtig heavy geht es bei „Death Trap““ zu, Johnson (Gitarre, Gesang) haut groovige Riffs in die Saiten, die an Fahrt gewinnen, wenn sich das Schlagzeug dazugesellt. Je länger das Lied dauert, desto explosiver wird die Stimmung.

"Red Flag": Ab der Hälfte erst richtig los.

Die Liedertexte gehen mit der aggressiven Spielweise von MISFIRE gut einher. Es wird von sozialer Ungerechtigkeit und der Verdorbenheit der Gesellschaft erzählt: direkt, schonungslos, ohne poetischen Firlefranz. In „L.Y.S. (Lose your Shit)“ werden die Probleme der Welt schonungslos angesprochen. Allein, wenn man die Passage „The media. Relationships. Do nothing but deceive us. It's easy to believe but it's a bunch of fucking bullshit.” hört, ist einem sofort klar, warum MISFIRE agro sind.

„Sympathy For The Ignorant“ ist eine geballte Ladung an Frustration und Wut, die genauso rüberkommt. Das US-amerikanische Trio kennt ihre Stärken, obwohl man von alter Stärke reden sollte, wenn man Johnson (Gitarre, Gesang) und Nicademus (Bass, Gesang) Vergangenheit miteinbezieht. Mit ihrer direkten Art, Songtexte zu schreiben, wird der Nerv der Gesellschaft getroffen, ist mir aber zu einfach gestrickt. Man bekommt den Eindruck, dass es ihnen mehr um die Message geht als ums kunstvolle Dichten per se. Jedenfalls ist MISFIRE eine Thrashband vom Underground, die in Zukunft auf internationaler Ebene etwas reißen könnte. Thumbs up.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (22.07.2021)

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