ALMOST DEAD - Brutal Onslaught

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VÖ: 28.05.2021
Bandinfo: ALMOST DEAD
Genre: Thrash Metal
Label: Art Gates Records
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Lineup  |  Trackliste

ALMOST DEAD kommt aus Martinez, Kalifornien und zählt sich, laut ihrer Facebookseite, zur Bay Area Thrashfamilie. Diese Behauptung ist schon mal gewagt, allein deswegen, weil sie ebenfalls behaupten, von „Hardcore“, „New England Metalcore“ und „Newy York Technical Death Metal“ beeinflusst zu sein. Bei so vielen und sehr spezifischen Subgenres fragt man sich, was die überhaupt bedeuten sollen, aber man will ja nicht kleinlich sein. - Augen zu und rein ins Hörvergnügen.


Das Albumcover schaut nicht schlecht aus, nur in welcher Verbindung es mit den Songtexten steht, ist unklar. Das Bild stellt eine apokalyptische Welt, in der Untote, die – und das nehme ich nur an - mit fetten Waffen alles totschießen, was noch lebt. Die Songtexte sprechen hingegen eine andere Sprache, da geht es um Menschen und deren Alltagsproblemen. Vielleicht stimmt das auch nicht, wer weiß, jedenfalls klären die Texte nicht auf, was es mit der apokalyptischen Welt auf sich hat. Hauptsächlich wird mit Plattitüden, wie zum Beispiel bei „Lost My Way“ („And I hit the ground, this is where I lie. No reason to live, just a reason to die”) um sich geworfen. Solche Verse könnte man in jedem x-beliebigen Depri-Song einbauen.

"Lost My Way" - ein Lied über eine Person, die wegen ihrer Spielsucht falsche Entscheidungen im Leben trifft

Rolandelis wendet seine Gesangskills sauber an, aber kreativ stellt er sich dabei nicht an. Praktisch in jedem Lied schreit er sich die Seele aus dem Leib, beweist aber wenig Gefühl fürs Timing. Bei „Leave The Weak“ macht er Pausen, während der Rest der Band planlos weiterspielt, in „Downfall“ keucht er Verse ins Mikro, kurz bevor die Gitarre ihn mit einem Solo abwürgt.


Dass man von unterschiedlichen Metalsubgenres beeinflusst wird, ist nichts Neues, doch die Kunst dabei ist, alle Elemente unter einem Hut zu bekommen. ALMOST DEAD hat da nicht den Dreh raus, „Turn The Stone“, „Leave The Week” und “Downfall“ sind einer der vielen Hoppalas, von denen noch weitere im Album auftauchen. Die Übergänge zu den Hooks kommen schleppend rüber und, bevor die Stimmung ihren Höhepunkt erreichen sollte, stürzt sich die Band bereits zum nächsten Part oder beendet das Lied auf seltsame Weise.


„Brutal Onslaught“ ist ein Beispiel dafür, dass Quantität nicht Qualität bedeutet. Knapp eine Stunde lang wird man mit halbgekochten Liedern abgespeist, deren Grundideen nicht schlecht klingen, lassen jedoch einiges zu wünschen übrig: Die Gitarrenriffs und der Gesang sind aufs Nötigste beschränkt und klingen fade. ALMOST DEAD ist sehr bestimmt, bei der Wahl ihrer musikalischen Einflüsse, doch so unverständlich, wie die Bezeichnung ihrer Musik, ist auch ihr Album „Brutal Onslaught“.

 



Bewertung: 0.5 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (22.07.2021)

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