YNGWIE MALMSTEEN - Parabellum

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VÖ: 23.07.2021
Bandinfo: YNGWIE MALMSTEEN
Genre: Heavy Metal
Label: Mascot Label Group - Music Theories Recordings
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Lineup  |  Trackliste

Wenn ich richtig mitgezählt habe ist "Parabellum" bereits das 22. Full Length-Album in der langen Karriere des ebenso einflussreichen wie höchst kontrovers diskutierten Gitarren-Maestro YNGWIE MALMSTEEN. Da war wirklich für jeden was dabei - angefangen bei den (Achtung, subjektive Meinung!) enorm starken und für die damalige Zeit sehr innovativen ersten Alben, über eher lauwarme Aufgüsse rund um die Jahrtausendwende bis hin zur Wiederauferstehung und dem bislang mächtigsten Buchfleck in Form des letzten Blues-Coveralbums.

Nun will es Yngwie nochmal wissen und schiebt ein Album nach, das ich mangels belegbarer Quellen als komplett in Eigenregie entstandenes Werk erkennen würde. Gitarren und Gesang entstammen auf jeden Fall aus Eigenproduktion, bei den Drums bin ich nicht sicher, ob es sich um eine (gut gelungene) Programmierung oder tatsächlich um einen Menschen aus Fleisch und Blut handelt. Sei's drum, das Schlagzeug war ja bei Malmsteen-Produktionen seit jeher eher notwendige Begleiterscheinung als eigenständiges Mittel zum Ausdruck.

Musikalisch gibt es im Hause Malmsteen ohnehin nichts Neues. Mit leichten qualitativen Ausnahmen stagniert Malmsteen's musikalisches Schaffen seit Ende der Neunziger Jahre. Was wenig verwunderlich ist, wenn man sich vor Augen hält, auf welch hohem Niveau er damals bereits zu Gange war. So gibt es wie gewohnt viel neoklassisches Gemetzel mit zahlreichen Zitaten, die in der einen oder anderen Form auch bei Malmsteen selbst schon mal zu hören waren. Hört man immer wieder gerne, ebenso wie die zahlreichen Appreggios. Neu ist das alles halt wirklich nicht. Mit "Eternal Bliss" gibts auch die obligatorische Halbballade mit dem altbekannten Mix aus akustischer Gitarre und E-Gitarren. Also wirklich alles da, was das Malmsteen-Fanherz begehrt.

Zwangsläufig stellt man sich bei den Nicht-Instrumentalen Songs die Frage, wie sie denn klingen würden, hätte Malmsteen das Mikro einem Göran Edman, einem Jeff Scott Soto oder einem Doogie White überlassen - also jemandem, der wirklich singen kann. So erscheinen diese Lieder eher als Demo-Charakter, wirken unfertig. Malmsteen ist halt eindeutig Gitarrist, aber definitiv kein Sänger.

Insgesamt ist "Parabellum" ein schwer zu bewertendes Album. Das Songmaterial ist, wenn auch nicht herausragend, allemal 100% solider YNGWIE MALMSTEEN Stoff. Man bekommt exakt was man erwartet. Überraschungen oder Weiterentwicklungen sind weit und breit nicht erkennbar und das kann gut und schlecht zugleich sein. Bleibt noch die Sache mit den Vocals, die ich persönlich wirklich als störend empfinde - dabei handelt es sich aber glücklicherweise nur um vier von zehn Nummern. Insgesamt auf jeden Fall eine Steigerung gegenüber "Blue Lightning", aber das war auch keine allzu schwere Übung.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: adl (27.07.2021)

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