PRAYERS OF SANITY - Doctrine Of Misanthropy

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VÖ: 25.06.2021
Bandinfo: PRAYERS OF SANITY
Genre: Thrash Metal
Label: Rastilho Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Thrash Metal aus Portugal ist eigentlich eine Seltenheit, zumindest, wenn man der dortigen Metalszene nicht bewandert ist. Umso mehr freut es einen, dass auch dort die frohe Kunde des Thrash Metals die Runde macht. PRAYERS OF SANITY zählen zu den portugiesischen Vertretern des Genres und sind, gelinde gesagt, nicht erfreut, wie die Menschen in der Welt miteinander umgehen. "Doctrine Of Misanthropy" ist bereits ihr viertes Album und ist zum Bersten voll mit aggressiver Energie.

PRAYERS OF SANITY kotzen sich aus über die mangelnde Solidarität der Menschen, inkompetente Politiker und Medien, die mit ihrer Sensationsgeilheit moralische Grenzen überschreiten. Was man dabei fühlt, wenn man sich die Liedertexte anhört: Wut, Ärger, Hass, Fassungslosigkeit.
Bei "Doctrine Of Misanthropy" ist alles richtig gemacht worden, die Gitarrenriffs werden nie langweilig, die Drumbeats dito. Carlos am Bass lässt die Saiten schnalzen, als hätte er Koks gezogen und – ohne Drogen zu verherrlichen – hat es ihm den nötigen Kick gegeben, um astreine Basslines zu spielen.
„Abomination“ sticht aus der Menge heraus, nur leider im negativen Sinne, weil sich lahme Durchhänger im mittleren Teil eingeschlichen haben. So wie PRAYERS OF SANITY den Song auch beginnen, klingt es seltsam. Zugegeben, im Vergleich zum Rest von „Doctrine Of Misanthropy“ ist es abwechslungsreich, aber auf eine verstörende Weise.
Die Melodie von „Path Of Sin“ kriegt man nicht mehr aus dem Kopf. So catchy, wie sie von Tiao (Gesang, Gitarre) gespielt wird, so viel Bier kann man nicht trinken, um die Melodie wieder zu vergessen. Sie frisst sich ins Hirn und bleibt. Für immer.
„Destination: Hell“ ist ein genialer Songtitel, der den Nagel auf den Kopf trifft. Mit dem Gitarrenriff zu Beginn wird eine unangenehme Spannung aufgebaut, die einen Böses erahnen lässt. Zudem treibt Artur (Schlagzeug) den Rhythmus weiter voran, bis sich es wieder in gewohnten Thrashgewitter entlädt. Ein Highlight des Liedes ist ebenfalls die Solomomente von Carlos (Bass).

Die Snare knallt schön im Takt, die Gitarre ist auf Zack und Tiaos Stimme zerberstet nahezu wegen so viel Power. PRAYERS OF SANITY haben verstanden, wie man Metalheads verführt: Kreischen, wahnsinnige Geschwindigkeit und gut geschriebene Lyrics, die die Gesellschaft in die Mangel nehmen. Beim Album merkt man, dass auf rohe Gewalt gesetzt worden ist, die nicht bei jedem Lied gut rüberkommt (wie bei „Abomination“), aber - summa summarum - einen anstachelt in den Moshpit zu springen. "Doctrine Of Misanthropy" ist ein Thrashfest der besonderen Sorte.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (03.08.2021)

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