FROASLI'S GENIALITÄTEN - Geschichten, die das Leben schrieb

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VÖ: 00.00.2021
Bandinfo: FROASLI'S GENIALITÄTEN
Genre: Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Der oststeirische Metal-Messias Froas kehrt einige Jahre nach dem Ende von VERRECK ATTACK mit seiner neuen Band FROASL´S GENIALITÄTEN zurück, um zu zeigen, dass da noch gewaltig Benzin im Tank ist. "Geschichten, die das Leben schrieb", ist ein Album welches an die EAV in ihrer größten Zeit erinnern, abwechselnd wird gesprochen, dann wieder musiziert.  

Das Album kommt im opulent aufgemachten Digipack-Triptychon mit Booklet in dem neben Fotos und Special Thanks auch ein kurzer Abriss der Bandgeschichte dargeboten wird. Schicke Aufmachung.

Das Album ist tatsächlich eine Metal-Mischung aus der ERSTEN ALLGEMEINEN VERUNSICHERUNG, DIE HINICHEN und gepflegtem Metal. Und mehr.

"Zitzn mölchan!" - ist eine Art Liebeslied, die wohl, wie das gesamte Album, nur Leute verstehen werden, die des südoststeirischen Idioms mächtig sind. Gut, süd-, und südweststeirisch geht auch, aber der Rest Österreichs oder gar Deutschlands wird leichte Probleme mit der Mundart haben. Ein direktes Lied über eine Amour Fou, wie es sie nur im ländlichen Raum vorkommt.

"Wer vüll frisst" ist ein Lied für den rotunden Rezensenten und für alle Adipositasfreaks. Das Video dazu ist grandios und auch auf dem Album zu finden. Hier findet man EAV-Einflüsse en Masse. Ewig schade um diese Band die in den späten 80ern und frühen 90ern ganz Österreich mit ihrem schrägen Humor in die Knie zwang.

Lustig, wie jedes Lied mit einem Geschichterl eingeleitet wird. Erinnert ein wenig an den "Watzmann". Ihr seht, das ist alles sehr österreichisch. 

"Scheissn im Regen", hat einen proto-Death Metal-Einschlag im Riffing und einen Text (plus Melodieführung und Chor) der mit zwei, drei Sätzen ein Feuerwerk an Humor detonieren lässt. So hirnrissig und gleichzeitig so genial... muss man erstmal zusammenbringen. 

"Schlager (der Liebesstier)" ist genau das: ein Schlager mit leichten Gitarren im Hintergrund. Auch hier übertrifft man sich textlich selber. Man mag unseren südösterreichischen Humor als eher derb bezeichnen, aber wer braucht schon Wiener "Wuchtln" und teutonischen Stadionhumor.

"Der oaschgefickte Ficker" ist locker auf dem Niveau von DIE HINICHEN. Da werden Dünnhäutige ihre Probleme haben, aber was solls, es passt. Vor allem der, ich nenne es in Ermangelung eines passenden Terminus, "Country"-Einschlag, ist grandios zum Text passend.

Jetzt kann man das Album als nicht richtig durchgehend "Metal" bezeichnen und die Lyrics werden im Metaluniversum auch ein paar Dudes und Dudettes echauffieren aber im Endeffekt ist das Album 100 % Froas: A pure Gaude!

 

 

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (13.08.2021)

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