NEKER - Slower

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VÖ: 18.06.2021
Bandinfo: NEKER
Genre: Groove Metal
Label: Unbekannt
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Lineup  |  Trackliste

In der Masse an Thrash Metalalben, durch die ich mich ackere, hat sich ein Genre-Fremdling hineingeschlichen. NEKER, eine Band aus Italien, zählen zur Southern Metal/Sludge/Doom-Fraktion, die mir aber nicht fremd ist, nur untypisch. Mit dem Album „Slower“ treibt die Band es bunt und packt verschiedene Musikstile mit hinein, bleibt aber dennoch ihren musikalischen Wurzeln treu.


„Slower“ ist ein schweres Stück an Masse, in dem verschiedene Musikelemente verschmolzen sind: Heavy, Doom, Sludge und Southern Metal, mit melodischem Einschlag. Hat man sich einmal reingehört, ist es nicht so verwirrend wie gedacht. Das, was alle Sub-Genres gemein haben, ist die dunkle Atmosphäre, die im Album durch Bass und Gitarre geschaffen wird. Neker (Gesang, Bass) schreit, grunzt und klagt über die verkommene Gesellschaft, die ihn in Depressionen verfallen lässt. Bei Liedern wie „Pretty Fucking Far From Ok“ , „A Kind Of Pain” und “Like Therer´s No Tomorrow” hat man schon eine Vorstellung davon, wie  er sich fühlt.

 


In „Nosferatu“ brummt der verzerrte Bass vor sich hin und versprüht düstere Stimmung, Schritt für Schritt gesellt sich dann auch der Rest der Band dazu.  Eigentlich ist es eine instrumentale Nummer, aber auch irgendwie nicht, sobald sich die Band warmgespielt hat, meldet sich Nosferatu höchstpersönlich zu Wort. Dabei handelt es sich es um eine Tonspur aus dem Horrorfilm „Nosferatu – Phantom der Nacht“ (1979).
Bei „Like There´s No Tomorrow” wird das Tanzbein geschwungen. Der Schlagzeuger gibt ein schnelleres Tempo als gewohnt vor und halbiert es zwischendurch auch mal. Die Créme de la Créme des Ganzen ist das Gitarrensolo im letzten Drittel.
„The Birth Of Pain“ ist – meiner Meinung nach - das melodischste unter den Liedern und hat die dunkle Atmosphäre intus: tiefes Growling, ein bluesiges Gitarrensolo, gelegentlich eine melodisch- kratziger Rockgesang. Bei so vielen unterschiedlichen Elementen kann man schon durcheinanderkommen, nur NEKER bewahrt den Überblick und hat sie gut miteinander verwoben.


Die Band kombiniert verschiedene Stile miteinander und achtet stets auf eine gute Dynamik. Man bekommt nie das Gefühl, dass Gesangseinlagen, Gitarrenriffs oder Schlagzeugbeats daneben klingen oder nicht dazu passen. Das Ergebnis ist ein dunkel-atmosphärischer Schlag, der langsam, aber einen mit voller Härte niederdrückt.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (11.08.2021)

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